TI-Atlas 2026

Die Entwicklung der Digitalisierung des Gesundheitswesens auf einen Blick

 

Zentrale Ergebnisse ePA für alle 

elektronischer Medikationsplan (eMP) TI-Stabilität

Wo steht die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens 2026?

Der TI-Atlas 2026 liefert bereits zum sechsten Mal einen umfassenden Überblick über den Stand der Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland. Die größte Studie ihrer Art zeigt, wo die Digitalisierung bereits trägt – und wo noch Handlungsbedarf besteht. Im Fokus: repräsentative Ergebnisse zur elektronischen Patientenakte (ePA) für alle, zum elektronischen Medikationsplan (eMP) als wichtigen Digitalisierungsschritt und zur Stabilität der Telematikinfrastruktur (TI). Der TI‑Atlas 2026 zeigt, wie gut Anwendungen funktionieren und setzt konkrete Impulse für die Weiterentwicklung der TI.

Erste Einblicke in die Ergebnisse der TI-Atlas-Studie 2026 gibt es auf dieser Seite kompakt aufbereitet.

Video TI-Atlas: Verlässlich, jährlich, transparent.

Themenschwerpunkte

ePA ist Teil des Versorgungsalltags

Die elektronische Patientenakte (ePA) für alle hat sich innerhalb eines Jahres als fester Bestandteil der Versorgung etabliert: 80% der Bevölkerung kennen sie. Drei Viertel aller Praxen und Krankenhäuser gaben an, dass sie die Patientinnen und Patienten vor allem beim Erstkontakt dank ePA besser behandeln konnten.

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eMP als wichtiger Digitalisierungsschritt

Mehr als die Hälfte der Pflegeeinrichtungen, Apotheken und Zahnarztpraxen sehen den elektronischen Medikationsplan (eMP) als wichtigstes Digitalisierungsvorhaben. Zwei Drittel der Leistungserbringenden erwarten sich davon eine Verbesserung der Vollständigkeit und Aktualität.

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Stabilere Telematikinfrastruktur

Drei Viertel aller Apotheken und mehr als zwei Drittel der Arztpraxen und Krankenhäuser bewerten die Telematikinfrastruktur (TI) stabil. Der Umstieg auf das TI‑Gateway zahlt sich aus: Besonders Krankenhäuser berichten von klaren Verbesserungen der Verbindung und des Betriebs.

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Zentrale Ergebnisse

Wachsende Akzeptanz, spürbarer Nutzen

Die TI-Anwendungen entfalten ihr Potenzial: ePA, E‑Rezept und KIM sind im Versorgungsalltag angekommen. Mehr als zwei Drittel der befragten Arzt‑ und Zahnarztpraxen sowie Krankenhäuser geben an, dass sich der Austausch von Gesundheitsdaten durch die TI verbessert hat. In drei Vierteln der Einrichtungen gehören TI‑Anwendungen bereits zur Routine, sie vernetzen Akteure und verbessern spürbar die Versorgung. Immer mehr medizinische Fachkräfte bewerten die Anwendungen der TI positiv.

Besserer Informationsaustausch

Die Anwendungen sind im Versorgungsalltag fest verankert und werden zunehmend standardmäßig genutzt. Das zahlt sich aus: Mehr als die Hälfte der Befragten berichtet von einem besseren sektorenübergreifenden Austausch. In Arztpraxen steigt die Zustimmung im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozentpunkte auf 70%, in Krankenhäusern um elf Punkte auf 85%. Davon profitieren Leistungserbringende sowie Patientinnen und Patienten.

Bessere Versorgung

Wichtige Informationen sind zur richtigen Zeit verfügbar, Prozesse werden schlanker und die Zusammenarbeit wird einfacher. Drei Viertel aller Arztpraxen und Apotheken rechnen mit einer Verbesserung der medizinischen Versorgung: über zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. In Krankenhäusern liegt die Zustimmung sogar bei 94%. Mit der regelmäßigen Nutzung wächst die Routine und positive Effekte für die Versorgung werden zunehmend sichtbar.

Einfachere Arbeitsabläufe

Immer mehr Leistungserbringende gehen davon aus, dass die TI ihre Arbeitsabläufe deutlich erleichtert. Die Zustimmung ist bei Praxen, Apotheken und Krankenhäusern um mehr als zwanzig Prozentpunkte zum Vorjahr gestiegen. Pflegeheime liegen nach einem Plus von zehn Prozentpunkten bei 83%. Mit der regelmäßigen Nutzung wächst die Routine, Medienbrüche nehmen ab.

Digitalisierung im Gesundheitswesen ist nützlich und sinnvoll

Sicherheit wird erhöht

der Leistungserbringenden erwarten, dass die TI-Anwendungen den Datenaustausch im Gesundheitswesen sicherer machen.

Vernetzung als größtes Potenzial

Das größte Potenzial sehen mehr als drei Viertel der Leistungserbringenden in der Vernetzung von Versorgungsbeteiligten im Gesundheitswesen. 

Fortschritt durch die TI

Knapp drei Viertel erwarten, dass durch die TI ein relevanter Fortschritt einhergeht, der mehr Transparenz in die Patientenversorgung bringt.

ePA für alle – in der Versorgung angekommen

Die elektronische Patientenakte (ePA) etabliert sich innerhalb kurzer Zeit als fester Bestandteil der Versorgung. Immer mehr Einrichtungen binden sie routiniert in ihre Prozesse ein, sehen klare Vorteile und berichten von ersten, messbaren Verbesserungen für die Behandlung.

Entwicklung ePA für alle kompakt:

  • Etabliert und Akzeptiert

    Die ePA wird in der Regelversorgung zunehmend selbstverständlich genutzt. So arbeiten knapp 70% der Arztpraxen inzwischen intensiv mit der ePA. Auch in den Krankenhäusern gewinnt sie deutlich an Bedeutung: Etwa die Hälfte setzt die elektronische Patientenakte mittlerweile kontinuierlich im Alltag ein. Die Mehrheit der Leistungserbringenden sieht inzwischen mehr Nutzen als Aufwand – bei der ePA ebenso wie bei der elektronischen Medikationsliste (eML).

  • Nachweisbarer Versorgungsnutzen

    Die ePA wirkt zunehmend im Versorgungsalltag: In Arztpraxen berichten 54% der regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzer von besseren Behandlungen. 94% der Apotheken, die bereits die elektronische Medikationsliste (eML) in der ePA regelmäßig prüfen, konnten bereits mindestens einmal Risiken für ihre Patientinnen und Patienten identifizieren. Krankenhäuser holen beim Einsatz deutlich auf und profitieren vor allem in Notfällen, weil entscheidende Informationen schneller vorliegen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit profitieren kann. Zugleich verbessert sich das Nutzungserlebnis: Relevante Informationen sind rechtzeitig verfügbar, ausgestellte und eingelöste Medikamente liegen durch die elektronische Medikationsliste (eML) häufiger vor und Risiken können früher erkannt werden.

  • Weiterentwicklung der ePA

    Für die Weiterentwicklung der ePA wünschen sich viele Leistungserbringende zusätzliche Funktionen. Besonders häufig genannt werden eine Volltextsuche (von rund 90% der Leistungserbringenden) sowie der elektronische Medikationsplan (eMP). Beide sollen künftig dazu beitragen, Gesundheits- und Medikationsdaten schneller und strukturierter verfügbar zu machen.

ePA-Nutzen überzeugt

Akzeptiert

Mehr als drei Viertel der Versicherten (80%) befürworten, dass behandelnde Einrichtungen bei Bedarf auf medizinische Informationen zugreifen können - sofern kein Widerspruch vorliegt.

Umfassend

Bei intensiver ePA/eML‑Nutzung berichten 60% der Praxen und Krankenhäuser sowie 89% der Apotheken, dass Patienteninformationen umfassender vorliegen.

Schnell

Bei regelmäßiger ePA‑Nutzung bestätigen 92% der Apotheken und mehr als zwei Drittel der Praxen und Krankenhäuser, dass wichtige Patienteninformationen schneller vorliegen.

Bessere Versorgung

Mehr als die Hälfte der ePA-nutzenden Arztpraxen (54%) und Krankenhäuser (53%) konnten Patientinnen und Patienten dank ePA und der elektronischen Medikationsliste (eML) besser behandeln.

Medikationsrisiken reduzieren

Mehr als 90% der Apotheken, die regelmäßig mit der ePA arbeiten, konnten durch Einträge in der elektronischen Medikationsliste (eML) mindestens einmal Risiken erkennen.

Status Quo: Aktuelle Zahlen zur ePA-Nutzung

Wie viele medizinische Einrichtungen arbeiten bereits mit der ePA für alle? Wie oft wurde in eine elektronische Medikationsliste (eML) geschaut? Unser Dashboard gibt einen wöchentlich aktualisierten Überblick. 

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Infos und Services zur ePA für alle

ePA-Themenseite

Auf der Themenseite ePA für alle haben wir Wichtiges zur Anbindung, Nutzung und weitere nützliche Informationen zusammengestellt.

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News zur ePA

Bleiben Sie über die aktuellen Entwicklungen der Anwendungen in der TI informiert. Alle News zur ePA im Überblick:

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Stimmen aus der Praxis

Wir haben mit Patientinnen und Patienten sowie medizinischem Fachpersonal über den praktischen Einsatz der ePA für alle gesprochen.

Zu den Erfahrungsberichten

Elektronischer Medikationsplan (eMP)

Viele Leistungserbringende sehen in der ePA weiteres Potenzial und benennen konkrete Anforderungen. Besonders im Fokus steht der elektronische Medikationsplan (eMP): Er soll aktuelle Medikationsinformationen strukturiert und sektorenübergreifend genau dort verfügbar machen, wo sie benötigt werden. So soll die Arzneimitteltherapie gezielt verbessert werden – für mehr Sicherheit, Transparenz und Aktualität.

elektronischer Medikationsplan (eMP) kompakt:

  • Für medizinische Einrichtungen ist der eMP zentrales Thema

    Die Mehrheit der über 5.000 befragten Einrichtungen bewertet den Medikationsplan als den Digitalisierungsschritt mit dem größten Nutzen für die Versorgung. Hintergrund sind erhebliche Praxisprobleme: Zwei Drittel der Arztpraxen berichten (sehr) häufig von fehlenden Medikationsplänen (65%) oder hohem Aufwand, Fremdpläne zu übernehmen und zu aktualisieren. Ähnliche Erfahrungen melden Apotheken und Pflegeheime.

  • eMP in der ePA als strukturierter Plan für alle

    Der elektronische Medikationsplan (eMP) stellt einen einheitlichen, strukturierten und sektorenübergreifenden Plan direkt in der ePA bereit. Änderungen werden nachvollziehbar dokumentiert, Medienbrüche und Doppelpflege reduziert, die Arzneimitteltherapiesicherheit gestärkt. Die Erwartungen der Leistungserbringenden sind entsprechend hoch: Mehr als zwei Drittel der Pflegeheime (76%), Krankenhäuser (70%) und Arztpraxen (62%) erwarten eine Verbesserung der Vollständigkeit und Aktualität.

  • Ausblick

    Zwei Drittel der Einrichtungen erwarten durch den eMP die Reduktion zeitlicher Aufwände beim Erstellen, Aktualisieren und Übernehmen von Medikationsplandaten. Mit den nächsten Ausbaustufen der ePA wird der eMP schrittweise in die Regelversorgung überführt. Neue Features wie die Volltextsuche und Darstellungsoptionen erhöhen zusätzlich die Transparenz.

Medikationspläne: aktuelle Herausforderungen

Unvollständigkeit

der Arztpraxen und Apotheken berichten von Problemen mit der Vollständigkeit der Selbstmedikation in fremden Medikationsplänen.

Fehlende Pläne

der Arztpraxen und 61% der psychotherapeutischen Praxen berichten von (sehr) häufigen Problemen durch fehlende Medikationspläne.

Aufwand

der Apotheken bewerten Aufwände rund um die Kommunikation und den allgemeinen Umgang mit Medikationsplänen als besonders hoch.

Erwartungen an den eMP

Vollständigkeit und Aktualität

Mehr als drei Viertel des Krankenhauspersonals (78%) und der Pflegeheime (76%) erwarten vom eMP eine Verbesserung der Vollständigkeit und Aktualität der Informationen. 

78% erwarten Verbesserung

Reduktion des zeitlichen Aufwands

Mehr als zwei Drittel der Pflegeheime (67%) und 60% der Arztpraxen erwarten eine Reduktion des zeitlichen Aufwands beim Erstellen und Aktualisieren des eMP.

67% erwarten weniger Aufwand

Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit

Mehr als zwei Drittel der Apotheken (67%) erwarten durch den Einsatz des eMP eine Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit.

67% erwarten mehr Sicherheit

Status Quo: Pilotierung Ausbaustufe ePA

Was für Vorteile bringt die ePA-Ausbaustufe? Welche Features und Funktionen optimiert werden und zukünftig zur Verfügung stehen, finden Sie auf unserer

 Themenseite ePA 3.1.3

TI-Stabilität verbessert Datenaustausch

Stabilität ist die Grundlage digitaler Versorgung. Leistungserbringende berichten, dass Digitalisierung und TI zunehmend zuverlässiger funktionieren. Der TI‑Atlas 2026 zeigt: Das TI‑Gateway erhöht Verlässlichkeit und Geschwindigkeit, verbessert die Performance der Anwendungen und senkt den Betriebsaufwand.

TI-Stabilität kompakt

  • Digitalisierung wird zuverlässiger

    Immer mehr Einrichtungen melden stabilere TI‑Abläufe. Mit der Nutzung wächst auch die Akzeptanz: Mehr als zwei Drittel der Praxen und Krankenhäuser erleben einen besseren Datenaustausch und erwarten eine stärkere Vernetzung. Der Umstieg auf das TI‑Gateway erhöht die Verlässlichkeit im Alltag.

  • Mehr Stabilität und Tempo mit dem TI‑Gateway

    Der Umstieg auf das TI‑Gateway zahlt sich aus: Bereits ein Drittel der umgestellten Einrichtungen berichtet von einer höheren Stabilität der Verbindung und schnelleren Reaktionszeiten – Herausforderungen treten nach der Umstellung nur vereinzelt auf.

  • Umstieg lohnt sich

    Die Umstellung ist zunächst mit Aufwand verbunden, besonders in größeren Einrichtungen. Danach sinken Wartung, Updates und Administration deutlich. Technologische Weiterentwicklungen machen die TI insgesamt robuster und effizienter.

TI-Gateway performt

Umstellung adäquat

Knapp drei Viertel der Apotheken (71%) berichten, dass es bei der Installation des TI-Gateway zu keinen technischen Problemen kam.

Stabilität verbessert

Bereits mehr als die Hälfte der Krankenhäuser, die das TI-Gateway nutzen, berichtet von einer Verbesserung der Stabilität (57%) und Geschwindigkeit (42%).

Aufwand reduziert

Bereits 41% der Krankenhäuser gaben an, dass der Umstieg auf das TI-Gateway zu einer Verbesserung des personellen Aufwands führt. 50% bewerten ihn gleichbleibend.

TI-Stabilität

Die Stabilität der TI‑Anwendungen wird zunehmend positiv bewertet: 75% der Apotheken bewerten sie als stabiler – ein Anstieg um 15 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Bei Arztpraxen liegt die Zustimmung bei 69%, was einer Steigerung von 10 Prozentpunkten entspricht.

76% TI ist stabiler

Infos und Services zur TI-Anbindung

TI-Verfügbarkeit

Die gematik stellt eine fortlaufend aktualisierte, monatliche Übersicht zur Verfügbarkeit ihrer TI‑Systeme bereit.

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TI-Zugang Themenseite

Nützliche Informationen zum TI-Zugang, Konnektoren und den Wechsel auf das TI-Gateway finden Sie auf der Themenseite TI-Zugang.

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Infoveranstaltungen

Was bringt der Anschluss an die TI? Wie entwickelt sich die TI weiter? Besuchen Sie unsere Veranstaltungen.

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Fazit

Digitalisierung zeigt Fortschritte und weiteres Potenzial

Der TI-Atlas 2026 zeigt: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen entfaltet zunehmend Mehrwerte in der Versorgung, ist gleichzeitig aber auch ein fortlaufender Entwicklungsprozess. Mit der Weiterentwicklung der ePA, dem digitalen Medikationsprozess, einer zukunftsfähigen technischen Infrastruktur und der Anbindung weiterer Nutzergruppen entstehen die Voraussetzungen für zusätzliche Verbesserungen in den kommenden Jahren.

Die gematik begleitet Einrichtungen auf diesem Weg aktiv

Wir geben Orientierung, treiben Standards voran, hören zu und verbessern die TI kontinuierlich im Schulterschluss mit Praxen, Kliniken, Apotheken, Pflege, Kassen, Industrie und vielen mehr. So wird die Digitalisierung ein verlässlicher Teil des Versorgungsalltags im deutschen Gesundheitswesen.

Ausblick

Weitere Nutzergruppen und neue Technologien im Fokus

Während Anwendungen wie die ePA in Arztpraxen und Krankenhäusern zunehmend verankert sind, verdeutlicht der TI-Atlas zugleich weitere Entwicklungsschritte. Bei Pflegeeinrichtungen steht vor allem der aktuelle Umsetzungsstand der verpflichtenden TI-Anbindung im Fokus: Etwa die Hälfte der Pflegeeinrichtungen ist inzwischen an die TI angeschlossen. Der weitere Ausbau der digitalen Vernetzung bleibt damit ein wichtiger nächster Schritt – auch bei Reha-Einrichtungen, Gesundheitsämtern und weiteren Nutzergruppen.

Auch Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung: Bereits heute nutzt etwa die Hälfte der befragten Einrichtungen erste KI-Anwendungen – bislang vor allem zur Unterstützung administrativer und organisatorischer Prozesse.

Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung

Bis zu einem Viertel der Einrichtungen setzt bereits erste KI‑Anwendungen ein – vor allem für Leitlinien‑ und Wissensrecherchen sowie zur Unterstützung der Therapieplanung. Etwa die Hälfte der Einrichtungen gibt an, bisher noch keine KI zu nutzen. Krankenhäuser melden, KI-Tools für die Bild-Befundanalyse (17%) und Arzt-Entlassbrief-Erstellung oder Zusammenfassung (16%) zu nutzen.

Zudem wurde der KI‑Einsatz in Dokumentationsassistenz, Patientenkommunikation, Korrespondenz (z. B. Versicherungsanträge), Terminvergabe, Abrechnungsunterstützung sowie Triage/Ersteinschätzung erhoben. In all diesen Bereichen lag die Nutzung bei höchstens 20%.

TI-Atlas Dashboard

Der TI-Atlas zeigt, wo die Digitalisierung im Gesundheitswesen steht und wohin sie sich bewegt. Das TI-Dashboard fasst die Entwicklung über die letzten Jahre kompakt zusammen: Es bildet den Stand der TI-Einführung ab, verdichtet die Alltagsnutzung im TI-User-Index, zeigt die Verbreitung zentraler TI-Anwendungen und spiegelt das Vertrauen in die Datensicherheit. So wird auf einen Blick sichtbar, was funktioniert und wo ungenutzte Potenziale liegen.

Hintergrund zur Studie

Die Befragung wurde als quantitative Online-Befragung durchgeführt, die Einladung fand überwiegend postalisch statt. Dafür wurden bundesweit repräsentative Stichproben gezogen sowie zum Teil Vollerhebungen durchgeführt. Neben Nutzerinnen und Nutzern der TI sind auch Personen und Institutionen in die Evaluation eingeschlossen, die die TI noch nicht oder nur in geringem Umfang nutzen, und solche, die vorhaben, auch in Zukunft die TI nicht zu nutzen.

Die Fragebögen sind überwiegend quantitativ konzipiert, d.h. mit geschlossenen Fragen mit vorgegebenen Antwortskalen, wobei an geeigneten Stellen die Möglichkeit zu Freitextantworten gegeben wurde. Die Befragungsinstrumente wurden zielgruppenspezifisch erarbeitet und in Pretests auf Verständlichkeit und Relevanz überprüft. Anhand von Filterführungen wurde sichergestellt, dass allen Teilnehmenden nur die für sie relevanten Fragen gestellt wurden.

Um die medizinischen Einrichtungen zu kontaktieren, wurden Adressdaten der Datenbank von Scitrace verwendet, die nahezu die vollständigen Adressdaten von (Zahn-)Arztpraxen, psychotherapeutischen Praxen und Apotheken sowie der Pflegeeinrichtungen umfasst. Auch die Kontaktdaten für die Krankenhäuser und Rehakliniken wurden durch Scitrace für die Befragung bereitgestellt. Die Adressen der Gesundheitsämter werden auf den Internetseiten des RKI gelistet. Die Adressen der Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen wurden durch die Spitzenverbände (GKV-SV sowie PKV) bereitgestellt. Die Einladung zur Befragung erfolgte postalisch durch die gematik mit Unterstützung der Gesellschafter und weiteren Verbänden, wobei zwei Wochen nach Beginn der Befragung ein zusätzliches Erinnerungsschreiben postalisch versendet wurde. Gesundheitsämter, private sowie gesetzliche Krankenversicherungen wurden mittels E-Mail durch die gematik zur Befragung eingeladen inkl. Reminder.

Versicherte wurden mittels Online-Panel befragt. Hierzu wurde das Payback-Panel genutzt.

An der Befragung nahmen im Mai 2026 insgesamt 5.057 Einrichtungen und Organisationen des Gesundheitswesens teil. Zur Befragung eingeladen wurden 43.687 Leistungserbringerinstitutionen und Krankenkassen.

Die durch das Payback-Panel rekrutierte Stichprobe der Versicherten umfasst in der repräsentativen Gruppe 1.090 und in der Gruppe der Privatversicherten 403 Personen.
 

Stichprobenumfang medizinischer Einrichtungen und Krankenkassen, 05/2026:

Medi­zinische ­Einrichtung/ ­Kranken­kasse Ange­schrieben (Brutto­stichprobe) Teil­genommen (Netto­stichprobe)
Arztpraxis / MVZ 20.000 1.533
Psychotherapeutische Praxis 4.000 613
Zahnarztpraxis / Zahn-MVZ 4.000 501
Apotheke 3.000 548
Krankenhaus 1.860 321
Krankenkasse 93 55
Private Krankenversicherung 30 21
Rehakliniken 927 88
Gesundheitsämter 375 176
Stationäre Pflegeheime 5.000 634
Ambulante Pflegedienste 4.400 567

Um Verzerrungen der Auswertungsergebnisse aufgrund der unterschiedlichen Rücklaufquoten in einzelnen Subgruppen zu korrigieren und unverzerrte Schätzungen für die Antworthäufigkeiten in den Jahresvergleichen zu ermitteln, werden Auswertungen für (Zahn-)Arztpraxen, Psychotherapiepraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser gewichtet durchgeführt und dargestellt:

Arztpraxen: Das Gewicht wurde dabei so ermittelt, dass hinsichtlich der Arztpraxen und MVZ die Versorgungsebene (hausärztliche und fachärztliche Versorgung) und Praxisgröße (Anzahl der tätigen Ärztinnen und Ärzte) im Ergebnis entsprechend ihrer Anteile in der Grundgesamtheit in die Auswertungen eingingen.

Zahnarztpraxen: Das Gewicht wurde dabei so ermittelt, dass hinsichtlich der Zahnarztpraxen und -MVZ die Fachrichtungen (Zahnheilkunde, Kieferchirurgie, Kieferorthopädie) im Ergebnis entsprechend ihrer Anteile in der Grundgesamtheit in die Auswertungen eingingen.

Psychotherapiepraxen: Das Gewicht wurde dabei so ermittelt, dass hinsichtlich der Psychotherapiepraxen die Ausbildungsschwerpunkte (Ärztliche Psychotherapeutinnen und -therapeuten, psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie Kinder- und Jugendpsychotherapie) im Ergebnis entsprechend ihrer Anteile in der Grundgesamtheit in die Auswertungen eingingen.

Ambulante Pflegedienste: Das Gewicht wurde dabei so ermittelt, dass hinsichtlich der ambulanten Pflegedienste die Träger der Einrichtungen (Freigemeinnützig, Öffentlich, Privat) im Ergebnis entsprechend ihrer Anteile in der Grundgesamtheit in die Auswertungen eingingen.

Stationäre Pflegeheime: Das Gewicht wurde dabei so ermittelt, dass hinsichtlich der Pflegeheime die Träger der Einrichtungen (Freigemeinnützig, Öffentlich, Privat) und Einrichtungsgröße (Anzahl Plätze) im Ergebnis entsprechend ihrer Anteile in der Grundgesamtheit in die Auswertungen eingingen.

Krankenhäuser und Rehakliniken: Das Gewicht wurde dabei so ermittelt, dass hinsichtlich der Krankenhäuser und Rehakliniken die Größe (Anzahl der Betten) im Ergebnis entsprechend ihrer Anteile in der Grundgesamtheit in die Auswertungen eingingen.

Unterschiede, die in den Ergebnissen sichtbar werden, sind erst bei einer bestimmten Größe der Unterschiede statistisch signifikant. Das gilt dann, wenn die Unterschiede größer sind als die Schätzgenauigkeit der Messung bzw. der Standardfehler. Um als statistisch relevante Unterschiede zu gelten, sollten sich demnach Ergebnisse um mind. 2 Prozentpunkte unterscheiden, bei deutlich kleineren Gruppen um mind. 6 Prozentpunkte.

Durchschnittliche Schätzfehler und somit Orientierungen zur Interpretation von Unterschieden in den Ergebnissen werden im Folgenden für die Ergebnisse der einzelnen Befragungsstichproben im vorliegenden Bericht benannt:

In der Gesamtstichprobe der Arztpraxen ist die Schätzgenauigkeit maximal (bei einer Stichprobengröße von ca. n = 1.500) und erlaubt dort Rückschlüsse auf alle Praxen mit einem maximalen Standardfehler von circa 1,3 Prozentpunkten.

Für die Gesamtstichprobe der Krankenhäuser als der kleinsten medizinischen Leistungserbringergruppe (und für weitere Analysen, die auf einer Stichprobengröße von ca. n = 320 beruhen) ist die Schätzgenauigkeit mit einem maximalen Standardfehler von circa 2,8 Prozentpunkten etwas niedriger. Die Bemessung des maximalen Standardfehlers bezieht sich auf solche Fragen, die von (annähernd) allen teilnehmenden Praxen bzw. Krankenhäusern beantwortet wurden.

Bei Rehakliniken und Gesundheitsämtern sowie Teilgruppen, die bei einem Teil der Fragen einen noch geringeren Stichprobenumfang umfassen, sind die Konfidenzintervalle für sie breiter, woraus eine geringere Schätzgenauigkeit und größere Standardfehler resultieren. So liegt er bei Ergebnissen der Rehakliniken (n = 88), bei maximal 5,4 Prozentpunkten.

Für die Krankenkassen (n = 55) und Krankenversicherungen (n = 21) ist die Anzahl der Teilnehmer geringer, jedoch ist auch die Grundgesamtheit niedriger als unter den anderen Befragungsgruppen. Der korrigierte Standartfehler (Endlichkeitskorrektur) liegt bei Fragen, die von (annähernd) allen Krankenkassen beantwortet wurden bei 4,6 Prozentpunkten und für die Krankenversicherungen bei 5,9 Prozentpunkten.

In der Gesamtstichprobe des Krankenhauspersonals liegt der Standardfehler bei Fragen, die von (annähernd) allen Teilnehmenden beantwortet wurden bei circa 2,7 Prozentpunkten.

In den Stichproben der Versichertenbefragung liegt der Standardfehler bei Fragen, die von (annähernd) allen teilnehmenden Versicherten beantwortet wurden bei circa 1,5 Prozentpunkten.

Disclaimer:
Angaben zu allen berichteten Jahren für (Zahn)Arztpraxen, Psychotherapiepraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser gewichtet auf jeweils relevant Anteile in der Grundgesamtheit (Fachgruppe/Einrichtungsgröße/Trägerschaft).