Pilotierung ePA 3.1.3
Ausbaustufe im Test
Fokus: digital gestützter Medikationsprozess (dgMP)
Ab Sommer 2026 ist die nächste Generation der elektronischen Patientenakte in der Test- und Pilotierungsphase teilnehmender Einrichtungen. Im Fokus der Ausbaustufe ePA 3.1.3 steht der digital gestützte Medikationsprozess (dgMP). Dabei werden das E-Rezept, die elektronische Medikationsliste und der elektronische Medikationsplan intelligent miteinander verknüpft.
Erklärfilm: dgMP
Funktionen des dgMP
Bisher erfasst die elektronische Medikationsliste ausschließlich per E-Rezept verordnete Medikamente. Mit der neuen Ausbaustufe können Praxen und Apotheken diese Liste um weitere ergänzen:
- - Betäubungsmittel (BtM-Rezepte)
- - Rezeptfreie Arzneimittel (OTC)
- - Selbstzahlerrezepte und "grüne Rezepte"
- - Analog verordnete Medikamente
Gemeinsame Pflege
Haus- und, Fachärztinnen und Fachärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker arbeiten am selben Plan. Änderungen sind für alle sofort sichtbar. Wird ein E-Rezept aus dem eMP ausgestellt, aktualisiert sich der Plan automatisch bei der Abgabe in der Apotheke.
Nützliche Inhalte des eMP
- - Aktuelle Medikation auf einen Blick
- - Strukturierte Dosierung (z.B. "2x täglich morgens und abends")
- - Einnahmegrund in verständlicher Sprache
- - Hinweise zur Anwendung für Patientinnen und Patienten
- - Fachliche Hinweise für mitbehandelnde Praxen und Apotheken
- - Verordnungs- und Abgabehistorie zu jedem Medikament
Die drei Komponenten sind nicht länger Einzellösungen, sondern ein verzahntes System. Das führt zu weniger Übertragungsfehlern, mehr Therapiesicherheit und besserer Beratung.
So können E-Rezept, eML und eMP zukünftig zusammen wirken:
- 1. Arzt plant die Therapie im eMP
- 2. E-Rezept wird direkt aus dem eMP erstellt (mit Verknüpfung)
- 3. Apotheke sieht bei der Abgabe die Gesamtmedikation
- 4. Abgabe aktualisiert automatisch eMP und eML
- 5. Patient hat jederzeit Zugriff auf die aktuelle Medikation
Dosierungen werden nicht mehr nur als Text gespeichert, sondern strukturiert und maschinenlesbar:
Unterstützte Schemata:
- Tägliche Einnahme mit Tageszeiten (morgens, mittags, abends, zur Nacht)
- Tägliche Einnahme zu festen Uhrzeiten (z.B. 08:00, 20:00 Uhr)
- Wochentage (z.B. Montag und Donnerstag)
- Wiederkehrende Intervalle (z.B. alle 8 Tage)
- Kombinationen (z.B. 2x wöchentlich: Dienstag, Freitag – jeweils morgens und abends)
Vorteile:
- Einmal erfasst, überall verfügbar – ohne erneute Eingabe
- Präzisere Prüfung auf Wechselwirkungen
- Erinnerungsfunktionen in der ePA-App nutzen die strukturierten Daten für Push-Benachrichtigungen
- Berechnung der Reichweite der Medikamente
Neue Features der ePA 3.1.3
Elektronischer Medikationsplan

Der elektronische Medikationsplan ermöglicht eine vollständige Darstellung der Medikation in der ePA. Auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel können erfasst und berücksichtigt werden.
Volltextsuche

Mit der Volltextsuche können Inhalte innerhalb der in der ePA abgelegten Dokumente gezielt durchsucht werden. Relevante medizinische Informationen lassen sich schneller auffinden und im Versorgungskontext effizient nutzen.
Push‑Nachrichten für Versicherte

Versicherte werden über neue Dokumente, Zugriffe oder Aktionen in ihrer elektronischen Patientenakte informiert. Die Benachrichtigungen erhöhen die Transparenz und unterstützen die aktive Einbindung der Versicherten.
Sekundärnutzung von Daten

Die Ausbaustufe schafft die Grundlage für eine pseudonymisierte Nutzung von ePA‑Daten. Diese kann beispielsweise für Forschungszwecke erfolgen und unterliegt den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen.