TI-Anbindung

Status und Perspektiven zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Eine zentrale Voraussetzung für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) ist der TI-Konnektor. Er ermöglicht es, IT-Systeme einer Arztpraxis, eines Krankenhauses oder einer Apotheke sicher mit der TI zu verbinden. Die Telematikinfrastruktur wird dadurch zu einem abgeschlossenen Netzwerk im Gesundheitswesen, dass in der aktuellen Struktur ohne Konnektoren nicht zugänglich ist. Dieses Netzwerk ermöglicht eine schnelle und sichere Kommunikation zwischen Ärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und anderen Akteuren des Gesundheitswesens.

Der Konnektor ermöglicht also den sicheren Netzzugang in die TI. Er ist mit den stationären Kartenterminals und den Clientsystemen von (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzten sowie Krankenhäusern und Apotheken via Netzwerk verbunden. Zurzeit ist in einer Leistungserbringerinstitution mindestens ein Konnektor für die TI-Anbindung notwendig. In Praxisgemeinschaften können auch mehrere Konnektoren in Betrieb sein. In Krankenhäusern sind es – je nach Größe – eine Vielzahl von Konnektoren. Dies wird sich im Laufe des Jahres 2023 mit der Entwicklung des Highspeed-Konnektors ändern.

TI-Highspeed-Konnektoren schaffen neue Optionen

Einfach ausgedrückt ist der Highspeed-Konnektor im Vergleich zum aktuell genutzten Konnektor ein technisch deutlich leistungsfähigeres und moderneres Gerät, das die Anbindung an die Telematikinfrastruktur ermöglicht. Mit dem Highspeed-Konnektor soll die Grundlage für eine hochverfügbare und skalierbare Konnektorlösung zum Betrieb in einem Rechenzentrum in Verantwortung des Krankenhauses geschaffen werden. Technisch basiert der neue Konnektor dann auf Standard-Server-Hardware, die problemlos in Rechenzentren betrieben werden kann. Als Rechenzentren sind in der Regel physische Standorte definiert, in denen sich IT-Services und IT-Infrastrukturen befinden bzw. von denen aus IT-Dienstleistungen angeboten werden. Krankenhäuser haben in der Regel ein eigenes Rechenzentrum, Arztpraxen oder Apotheken oftmals nicht.

In einer ersten Ausbaustufe wird der Highspeed-Konnektor künftig in den Rechenzentren von Krankenhäusern oder ähnlich großer Einrichtungen den Betrieb mehrerer „Einbox“-Konnektoren unnötig machen. Ein einzelner Highspeed-Konnektor wird dann, je nach Ausbaustufe, voraussichtlich für die Anbindung eines gesamten Krankenhauses ausreichen. Auch wird bspw. die Verwaltung der Kartenterminals verbessert.

TI-Gateway macht Highspeedkonnektoren auch für Praxen nutzbar

In einer weiteren Ausbaustufe werden auch Praxen und andere Nutzergruppen künftig von Highspeed-Konnektoren profitieren können. Ziel ist es, dass zugelassene Dienstleister in geprüften Rechenzentren Highspeed-Konnektoren für die Anbindung vieler (Zahn-)Arztpraxen und anderer Nutzergruppen über das sogenannte „TI-Gateway“ betreiben. Durch die zugelassene Betriebsleistung und weitere zugelassene technische Komponenten ist das TI-Gateway eine Lösung, die es ermöglicht, dass Highspeed-Konnektoren im Rechenzentrum für eine Vielzahl von Praxen und/oder anderen Nutzergruppen den TI-Anschluss bereitstellen können. Die Betriebsverantwortung des Konnektors liegt dann beim Anbieter des TI-Gateways. Die technischen Komponenten gewährleisten u.a. eine sichere Anbindung einer Institution via Internetanschluss an den Highspeed-Konnektor in einem Rechenzentrum. Für die Nutzung des TI-Gateway wird die Praxis einen Vertrag mit einem Dienstleister eingehen, der den Anschluss, Betrieb und Support garantiert. Ein separater Konnektor in der Praxis vor Ort ist dann nicht mehr notwendig.

Der Highspeed-Konnektor sowie das TI-Gateway befinden sich aktuell in der Entwicklung bzw. Umsetzung. Mit der Verfügbarkeit des TI-Gateways ist im Herbst 2023 zu rechnen. Die Nutzung eines HSKs im Krankenhaus wird voraussichtlich schon etwas früher möglich sein. 

(STAND: 20. Februar 2023)