TI-Messenger

Schnell und sicher kommunizieren per Kurznachricht

Sie sind praktisch, einfach zu bedienen und bereits täglicher Begleiter vieler Menschen: Instant-Messaging-Dienste. Mit dem Telematikinfrastruktur-Messenger (kurz: TI-Messenger) soll ab Sommer 2022 schnelle, ortsungebundene und sichere Kommunikation im Gesundheitswesen möglich werden. Die gematik entwickelt zum 01.10.2021 Standards für interoperabele Messenger-Anwendungen. Digitale Kommunikation in Echtzeit – beispielsweise für Ärzte, Apotheker, Pflegepersonal, Rettungsdienst. Per Kurznachricht können medizinisch relevante Informationen ausgetauscht werden. Rückfragen können so kurzfristig geklärt, organisatorische Hürden schnell genommen und Patienten optimal behandelt werden.

 

Einfach erklärt: So funktioniert der TI-Messenger

Nachgefragt

Eric Grey, Produktmanager bei der gematik GmbH

„Wir entwickeln den TI-Messenger für Beschäftigte im Gesundheitswesen, die sich per Kurznachricht austauschen und medizinisch relevante Informationen auf schnellem Weg verschicken möchten. Der Bedarf nach einer schnellen und sicheren Kommunikation ist groß.“

TI-Messenger

Der Telematikinfrastruktur-Messenger (kurz: TI-Messenger) ist ein Standard für ein sicheres Übermittlungsverfahren, mit dem Sofortnachrichten schnell verschickt werden können. Damit ergänzt der Messenger-Dienst die Kommunikation im Medizinwesen (kurz: KIM). Das zugrundeliegende und freiverfügbare Messenger-Protokoll der Matrix.org Foundation ermöglicht out-of-the-box eine End-to-End-Verschlüsselung des TI-Messengers und sorgt für hohe Sicherheit. Dokumente oder Text-, Bild- und Audiodateien können dadurch zuverlässig und sicher versendet werden – und das interoperabel zwischen verschiedenen Messenger-Anbietern.

Wofür steht der TI-Messenger?

Kommunikation überall und jederzeit mit (fast) jedem: Über den TI-Messenger können Kurznachrichten auf dem PC, und via App auf dem Tablet und dem Smartphone verschickt werden – anbieterübergreifende, digitale Kommunikation in Echtzeit.

Hoher Datenschutz: Das zugrundeliegende Messenger-Protokoll der Matrix.org Foundation bietet Ende-zu-Ende Verschlüsselung. Darüber hinaus wird die Authentizität durch sichere Zertifizierungsmechanismen gewährleistet werden.

Optimale Behandlung: Mit dem TI-Messenger verringern sich Wartezeiten. Rückfragen zu medizinischen Behandlungen können schnell und unkompliziert gelöst werden.

Kein Limit: Mit dem TI-Messenger können Dokumente und Dateien jeder Größe ausgetauscht werden.

Interoperabel durch Matrix-Protokoll

Die gematik geht bei der Entwicklung des TI-Messengers neue Wege und möchte durch die Verwendung des frei nutzbaren Protokolls der Matrix.org Foundation den Ansprüchen an Interoperabilität, Integrierbarkeit und Innovationsoffenheit gerecht werden. Zentrale Aspekte sind Marktoffenheit für Industriepartner, Wahlfreiheit für Nutzer sowie schnelle Verfügbarkeit der Lösung. Industriepartner können auf Basis der Festlegungen eigene Messenger-Lösungen nutzerzentriert entwickeln und ihren Kunden diese nach Zulassung durch die gematik in Föderation mit allen weiteren zugelassenen TI-Messenger-Diensten anbieten. Nutzer können entscheiden, über welchen TI-Messenger sie kommunizieren möchten. Die Gewährleistung von Interoperabilität zwischen einzelnen Messenger-Diensten und die Bereitstellung eines zentralen Verzeichnisdienstes aller Nutzer sind Alleinstellungsmerkmale des gematik-Standards. Ein Meilenstein für die sektorenübergreifende Kommunikation im Gesundheitswesen und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur TI 2.0.

Das Matrix-Messenger-Protokoll

Das Matrix-Protokoll mit seinen Open-Source-Implementierungen wird bereits in vielen öffentlichen Bereichen, wie z. B. bei den französischen Behörden, der Bundeswehr oder als Messenger im Bildungswesen in verschiedenen Bundesländern eingesetzt. Mehr Infos gibt es hier: https://matrix.org/