Eine Pionierin erzählt, wie sie TI & KIM in der Ergotherapie nutzt
Arbeit neu denken: Das war der Leitgedanke von Ergotherapeutin Sandra Altrogge, als sie ihre jetzige Praxis in Paderborn übernommen und neugestaltet hat. Das war 2020. Seither hat sich nicht nur bei der Größe der Einrichtung, sondern auch an den Abläufen einiges getan. Die rein ergotherapeutisch aufgestellte Praxis ist von damals fünf auf jetzt 13 Mitarbeitende gewachsen. Darunter sind 11 Therapeut:innen, eine Praxismanagerin und eine Reinigungskraft. Sandra Altrogge ist selbst seit 2009 als Ergotherapeutin tätig.
„Bei uns funktioniert alles digital: Dokumentationen, Berichte interne Kommunikation usw.“
Sandra Altrogge
Weg von der Zettelpraxis - hin zur TI
Sie versteht sich als Einzelunternehmerin und Inhaberin einer Großpraxis, die zeitgemäß aufgestellt sein soll: „Zyklusbasiertes Arbeiten inklusive Selbstmanagement und Selbstverwaltung: Das waren und sind die Grundpfeiler unserer Teamarbeit. Dafür ist die Technik enorm wichtig. Wir wollten weg von einer Zettelpraxis – nicht nur im Sinne der Resilienz. Digitales Arbeiten ist auch einfacher und smarter.“ Der logische Schritt für sie: Wechsel von der analogen Zettelwirtschaft zu digitaler Prozessorganisation und Kommunikation ab Tag 1.
Standleitung mit KIM
In der Konsequenz bedeutet das Bekenntnis zu digital gestützter New Work für sie auch, sich an die Telematikinfrastruktur (TI) anzubinden. „Es war klar, dass die TI kommt. Denn ohne Technik wird es in Zukunft nicht gehen. Deshalb wollte ich mit meiner Praxis von Anfang an dabei sein.“ Und das, obwohl die TI-Nutzung für Heilmittelerbringende erst ab Oktober 2027 verpflichtend wird. Darauf wollte die Ergotherapeutin nicht warten.
Sie nutzt mit ihrem Team aktuell den sicheren Maildienst KIM, insbesondere für die Berichte an die Arztpraxen, zu denen sie dadurch quasi eine Standleitung ohne Post hat. Arztpraxen, die sich noch nicht per KIM mit ihrer Ergotherapie-Einrichtung austauschen, weist sie in der Korrespondenz darauf hin, dass sie dort zu finden ist und das der bevorzugte Kommunikationsweg ist.
„Es macht einfach Spaß“, findet sie. KIM spare Papier sowie Zeit und ermögliche direkteren Austausch. Beispielsweise, indem Berichte sicher und schneller übermittelt würden, die für den Erhalt einer weiteren Verordnung für Ergotherapie nötig seien, oder auch, dass die Praxis so Nachfragen schneller an die Ärzteschaft schicken könnte. Sandra Altrogge: „Wir erhoffen uns mit mehr Nutzenden noch schnellere Kommunikation und mehr Vorteile.“
Sandra Altrogge
TI-Pionierin mit viel Eigeninitiative
Ihre Praxis am Schloss in Paderborn gehört zu den ersten Ergotherapie-Einrichtungen, die an die TI angebunden sind. Auch bei ihrem Softwareanbieter iPrax war sie damit Pionierin in ihrer Berufsgruppe.
Geduld und Eigeninitiative waren gefragt: Die Ergotherapeutin hat im Mai 2025 einen elektronischen Heilberufsausweis beantragt und bezahlt, wobei das Antragsverfahren allein mehrere Wochen gedauert hat. Erst danach konnte sie eine Karte für die Praxis (SMC-B) bestellen. Für sie als digital Native kein Problem, sagt sie. Für nicht so digital affine Kolleginnen und Kollegen sieht sie das jedoch als Herausforderung. Der KIM-Anbieter wollte zunächst eigentlich noch auf weitere Heilmittelerbringende warten, bevor er tätig werden wollte. „Da war ich penetrant, so lange, bis ein Techniker geschickt wurde.“ Sie wünscht sich eine unkompliziertere Bereitstellung der TI-Zugangskomponenten für ihre Berufsgruppe. Denn: „Das zieht sich.“
Investition in die Zukunft
Seit November kann sie nun aber die sichere Mail fürs Gesundheitswesen nutzen. Sandra Altrogge betont: „Ich sehe es als Investition in die Zukunft.“
Die erste KIM-Nachricht unter dem Betreff „Ein Schritt nach vorne“ schickte sie an einen befreundeten Physiotherapeuten, den sie vom Therapeutenstammtisch kennt und der ebenfalls ein TI-Vorreiter ist. Ihr Wortlaut: „Mega! Es funktioniert! Ich freu mich so!“
Stand: April 2026
Was bringt die TI? Kompakte Infos für Ihre Heilmittelpraxis
Heilmittelerbringende leisten einen essenziellen Beitrag zur wohnortnahen Versorgung von Millionen Patientinnen und Patienten. Um Befunde, Verordnungen und Gesundheitsdaten sicher, schnell und digital austauschen zu können, bietet die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) zahlreiche Vorteile.