„Wegkommen von dem ganzen Papier“
Digital kommunizieren in der Physiotherapie
Seit 27 Jahren ist Birgit Klenke selbständige Physiotherapeutin in Hamburg. Ihre Praxis liegt im einwohnerstarken Eidelstedt im Nordwesten der Hansestadt. Einen TI-Anschluss hat sie seit 2024 und nutzt seither den sicheren Maildienst KIM für die Korrespondenz mit Ärztinnen und Ärzten.
Early birds aus Hamburg
Birgit Klenke und ihr insgesamt 9-köpfiges Praxisteam gehören zu den medizinischen Einrichtungen, die in der Modellregion Hamburg und Umland sektorenübergreifend digitale Anwendungen fürs Gesundheitswesen live getestet haben. „Wir haben als Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten schon sehr früh begonnen, uns mit der Telematikinfrastruktur zu beschäftigen. Als Teilnehmende des TIMO-Pilot-Projektes1 in Hamburg konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln und sind heute so in die TI eingebunden, wie es aktuell für uns in der Physiotherapie möglich ist“, sagt sie. Ihr Motiv, sich zu engagieren: wegkommen von dem ganzen Papier.
Der Weg dorthin war nicht ganz leicht, wie ihr Mann weiß. Manfred Klenke kann auf 40 Jahre Berufserfahrung in der IT-Branche zurückblicken und kümmert sich um die Technik in der Praxis. Zunächst einmal musste ein zeitgemäßer Internetanschluss her. „Die alte Leitung hatte gerade einmal 16 MB“, lacht er. Zu wenig für das musculus Physiotherapiezentrum, aber auch für eine weitere medizinische Praxis im Haus. 2023 kam dann endlich der Glasfaseranschluss und ab dem Folgejahr aufgrund der Kooperation von Telekonnekt mit dem Hamburger TIMO-Projekt der TI-Zugang.
TI-Gateway und KIM
Über das TI-Gateway als moderne Verbindung zur Telematikinfrastruktur ist der digitale Datenaustauch für Birgit Klenke und ihr Team seither möglich und funktioniert gut.
KIM (kurz für: Kommunikation im Medizinwesen) wird in Birgit Klenkes Praxis außerhalb des regulären Praxisverwaltungsprogamms adad95 mit dem Mail-Client Thunderbird genutzt. Zugriff auf das Mailprogramm haben die drei Rezeptionistinnen.
Manfred Klenke erklärt:
„Sie erfassen die Berichte der Physiotherapeutinnen in der Praxissoftware und fügen diese dann als pdf-Anhang in der Kommunikation an Arztpraxen an. KIM wird auch für Rezeptverlängerungen oder gelegentlich für die Terminabstimmung genutzt. Die weitere Praxiskommunikation läuft sonst überwiegend telefonisch.“
Birgit Klenke:
„Ich wünsche mir, dass die Digitalisierung zügig vorangetrieben wird und uns im Alltag wirkungsvoll vom Papierkram entlastet. Das dient uns, aber auch dem Wohl unserer Patientinnen und Patienten.“
1Modellregionen für digitale Gesundheit: Digitale Anwendungen in der Gesundheitsversorgung sollen praxistauglich und nutzerorientiert sein. So bringen sie sowohl denen, die andere behandeln, als auch denen, die behandelt werden, den größten Mehrwert. In zwei Modellregionen (Hamburg und Umland sowie Franken) werden bereits bestehende und neue digitale Anwendungen und Dienste der Telematikinfrastruktur im Versorgungsalltag etabliert. Das Bewerber-Konsortium „TIMO“ rund um das ÄrzteNetz Hamburg e. V. vereint in der Modellregion Hamburg und Umland neben Arztpraxen, Kliniken und vielen weiteren Einrichtungen des Gesundheitswesens auch Partner aus Industrie, von Verbänden und Versicherungen.
Mehr zum Thema: https://www.gematik.de/telematikinfrastruktur/ti-modellregionen
Stand: Juni 2026