Mit PoPP Telemedizin und TI verbinden

Ab Ende 2026 ist es auch dank dem Dienst PoPP möglich, den Versorgungskontext ohne Stecken der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nachzuweisen. Das erlaubt Ärztinnen und Ärzten bei Online-Sprechstunden auf Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) zuzugreifen. Patientinnen und Patienten benötigen dafür ein Smartphone sowie ihre GesundheitsID oder elektronische Gesundheitskarte (eGK).

Eine Person sitzt an einem Schreibtisch und blickt auf einen Monitor.

Zweite Meinung per Online-Sprechstunde

Ursula Schneider leidet seit 12 Jahren an Diabetes Typ 2. Trotz vieler Anpassungen durch ihren Hausarzt bleiben ihre Blutzuckerwerte seit einigen Wochen hartnäckig über dem empfohlenen Zielbereich. Ihr Hausarzt hat ihr geraten, eine spezialisierte Diabetologin zu Rate zu ziehen. Da für die erste Befundbesprechung keine körperliche Untersuchung nötig ist und die Praxis weiter entfernt liegt, vereinbart Ursula Schneider eine Online-Sprechstunde bei Dr. Aisha Khan.

Ein Smartphone in einer Hand wird auf einen QR-Code gerichtet.

Sicherer Check-in mit dem Smartphone

Die Patientin hat per E-Mail einen Link zur Online-Sprechstunde und einen QR-Code für den sicheren Check-in bei der Praxis erhalten. Kurz vor dem Termin öffnet sie die App ihrer Krankenkasse, über die sie dank PoPP und aktivierter GesundheitsID den Versorgungskontext nachweisen kann. In der App scannt sie den QR-Code aus der E-Mail und bestätigt dann, dass Frau Dr. Khans Praxis auf ihre Versichertendaten zugreifen darf. Der PoPP-Dienst erzeugt daraufhin einen kryptografisch gesicherten Token für die Ärztin. Die Patientin gelangt über den Link in der E-Mail zur Online-Sprechstunde und wartet im virtuellen Wartezimmer.

Eine Person blickt auf einen Monitor.

Zugriff auf ePA auch aus der Ferne

In ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) sieht Frau Dr. Aisha Khan, dass ihre neue Patientin auf die Online-Sprechstunde wartet. Der durch die Einwilligung von Frau Schneider von PoPP erzeugte kryptografische Token und die SMC-B ihrer Praxis ermöglichen der Ärztin den Zugriff auf die Versichertendaten. So kann Frau Dr. Khan direkt Frau Schneiders elektronische Patientenakte (ePA) öffnen und alle relevanten Informationen einsehen: Blutzucker-Tagebücher, Laborhistorie, Medikationshistorie und Arztbriefe. Dabei fällt ihr sofort auf: Eine ältere Diabetesmedikation ist nicht mehr optimal und ein neueres, besser geeignetes Medikament wurde noch nicht eingesetzt. 

Präzise Beratung und sichere Dokumentation

In der Online-Sprechstunde bespricht Dr. Aisha Khan mit Frau Schneider die Befunde und Medikationshistorie aus der ePA. Sie schlägt die Umstellung auf das neue Medikament vor. Außerdem fragt sie gezielt nach eingenommenen rezeptfreien Arzneimitteln, um mögliche Wechselwirkungen auszuschließen. Ausführlich klärt die Ärztin ihre Patientin über das neue Medikament auf, spricht über Vorteile, die korrekte Einnahme sowie mögliche Nebenwirkungen.  Dr. Khan empfiehlt Frau Schneider außerdem, in zwei bis vier Wochen einen Kontrolltermin bei ihrem Hausarzt zu vereinbaren. Er sollte überprüfen, ob das neue Medikament wirkt, gut vertragen wird und ob die Dosierung angepasst werden muss. Frau Schneider stimmt der Therapie zu, woraufhin Dr. Khan ihr ein E-Rezept ausstellt. Nach dem Gespräch erstellt Dr. Khan ihren Facharztbrief und lädt diesen in Frau Schneiders ePA hoch. So sind alle wichtigen Informationen umgehend auch für Frau Schneiders Hausarzt verfügbar.