Wie PoPP die mobile Versorgung stärkt

Ab Mitte 2026 ist es auch dank der Funktionalität „Proof of Patient Presence“ (PoPP) möglich, bei Hausbesuchen auf Anwendungen der Telematikinfrastruktur zuzugreifen. Eine Versorgungs- oder Behandlungssituation lässt sich dann ohne komplexe Hardware nachweisen. Der Aufwand für den mobilen Zugriff auf Versichertendaten ist gering, der Mehrwert schnell verfügbarer Informationen umso höher. 

Zwei Personen in einer geöffneten Tür

Hausbesuch wegen Magenschmerzen

Seit Freitagnachmittag plagen Marco Riemann Magenschmerzen. Am nächsten Tag entscheidet er sich deswegen, den ärztlichen Bereitschaftsdienst anzurufen. Dr. Sabrina Brenner kommt zum Hausbesuch vorbei und bittet ihren neuen Patienten zunächst um seine elektronische Gesundheitskarte (eGK). 

Eine Hand hält eine Karte an ein Lesegerät. Auf dem Lesegerät steht "PoPP".

Authentifizierung über den PoPP-Dienst

Die Ärztin hält Marco Riemanns eGK an ihr Dienst-Smartphone, um nachzuweisen, dass sich der Patient in einer Behandlung befindet. Anhand der vom Smartphone übermittelten Daten prüft der PoPP-Dienst, ob die elektronische Gesundheitskarte echt und gültig ist. Sensible Gesundheitsdaten werden dabei nicht übertragen. Im Anschluss erzeugt der PoPP-Dienst einen kryptografischen Token und sendet ihn an das Smartphone von Dr. Sabrina Brenner. Über die App ihres Praxisveraltungssystems (PVS) und ihren TI-Zugang kann sie nun vor Ort auf die Versichertendaten sowie die elektronische Patientenakte (ePA) von Marco Riemann zugreifen. 

Ein Finger weist auf einen Smartphone-Bildschirm, auf dem verschiedene Dokumente zu sehen sind.

Mobiler Zugriff auf ePA und eMP

Die Ärztin lässt sich die Symptome schildern und tastet den Bauch des Patienten ab. Danach ruft sie die ePA auf. In dieser sieht sie, dass der Patient seit Jahren an rheumatoider Arthritis leidet. Deshalb nimmt er laut elektronischem Medikationsplan (eMP) regelmäßig Prednisolon ein, das die Magenschleimhaut angreifen kann. Da Marco Riemann das Medikament nach eigener Auskunft jedoch gut verträgt, fragt ihn die Ärztin, ob er in letzter Zeit weitere, nicht rezeptpflichtige Arzneimittel eingenommen hat. Der Patient gibt an, aufgrund einer leichten Sportverletzung seit rund einer Woche Ibuprofen 400 mg zu nehmen. 

Zwei Personen sitzen nebeneinander

Therapieempfehlung und Dokumentation

Die Ärztin erklärt ihm, dass das Schmerzmittel die Magenschleimhaut reizen kann. Die Kombination mit Prednisolon erhöhe dieses Risiko zusätzlich. Da das Abtasten des Bauchs keine Auffälligkeiten ergab und Marco Riemann keine Symptome für eine Magenblutung beobachtet hat, stellt Sabrina Brenner ihm zunächst ein Rezept für 40 mg Pantoprazol aus. Sie dokumentiert die Verschreibung im eMP und die Untersuchung in der ePA. Sie rät dem Patienten, weiterhin auf Anzeichen für eine Magenblutung zu achten und im Notfall die Rettungsstelle aufzusuchen.