TI-Atlas 2026: Digitale Anwendungen sind in der Versorgung verankert und entfalten zunehmend Mehrwerte
- Die elektronische Patientenakte (ePA) stärkt die medizinische Versorgung
- Der elektronische Medikationsplan (eMP) ist wichtiger nächster Digitalisierungsschritt
- TI-Gateway verbessert die Stabilität der Telematikinfrastruktur
Die elektronische Patientenakte etabliert sich in der Versorgung, das TI-Gateway sorgt für mehr Stabilität und digitale Anwendungen entfalten konkrete Wirkung: Der TI-Atlas 2026 gibt bereits zum sechsten Mal einen umfassenden Überblick zum Stand der Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland. Für die größte jährlich erhobene Studie zur Nutzung, Akzeptanz und Wirkung der Telematikinfrastruktur und digitaler Anwendungen wurden die Befragungsergebnisse von etwa 5.000 Einrichtungen und 1.400 Versicherten ausgewertet.
Versorgungsnutzen durch die ePA steigt deutlich an
Ein Schwerpunkt der Befragung war die ePA, die sich in der Versorgung etabliert hat. Knapp 70 Prozent der Arztpraxen nutzen sie inzwischen intensiv. Auch Krankenhäuser setzen sie zunehmend ein: Etwa 50 Prozent arbeiten mit der ePA – drei Viertel davon bereits krankenhausweit. Aufgrund der Komplexität beschränkt sich die Nutzung in den Krankenhäusern aktuell teilweise noch auf einzelne Anwendungsfälle und Funktionen.
Die zunehmende Nutzung zeigt konkrete Effekte: Etwa zwei Drittel der medizinischen Einrichtungen und Apotheken berichten, dass Patienteninformationen durch die ePA schneller verfügbar sind. Auch Versicherte zeigen weiterhin eine hohe Bereitschaft, medizinische Informationen verfügbar zu machen: 90 Prozent der Versicherten, die die ePA kennen, halten sie für sinnvoll und etwa 80 Prozent befürworten den Zugriff behandelnder Einrichtungen auf wichtige Gesundheitsdaten.
Im Versorgungsalltag werden bereits konkrete Verbesserungen sichtbar: (Zahn-)Arztpraxen berichten von besseren Behandlungsmöglichkeiten und Krankenhäuser sehen erste positive Effekte bei der Versorgung in Notfallsituationen.
Elektronischer Medikationsplan (eMP) als wichtiger Digitalisierungsschritt
Mit dem elektronischen Medikationsplan wird die elektronische Medikationsliste (eML) zu einer umfassenden digitalen Medikationsübersicht weiterentwickelt. Ein Drittel der mehr als 5.000 befragten Einrichtungen bewertet den eMP als den Digitalisierungsschritt mit dem aktuell größten Nutzen für die Versorgung.
Zu den Herausforderungen im aktuellen Versorgungsalltag berichten zwei Drittel der Arztpraxen von Problemen durch fehlende Medikationspläne oder hohem Aufwand bei Aktualisierungen und Übernahmen von Fremdplänen. Ähnliche Schwierigkeiten nennen auch Apotheken und Pflegeheime. Entsprechend erwarten zwei Drittel der befragten Einrichtungen, dass sich mit der Einführung des elektronischen Medikationsplans im Jahr 2026 die Vollständigkeit und Aktualität der Medikationsinformationen verbessern.
Mehr Stabilität durch das TI-Gateway
Der TI-Atlas 2026 liefert erstmals Ergebnisse zu neuen Anschlussmöglichkeiten an die TI und verdeutlicht positive Effekte des TI-Gateways. Zwar ist die Umstellung auf das TI-Gateway für Einrichtungen zunächst mit Anpassungsaufwänden verbunden, doch bereits ein Drittel der umgestellten Einrichtungen berichtet von einer höheren Stabilität der Verbindung und schnelleren Reaktionszeiten – Herausforderungen treten nach der Umstellung nur vereinzelt auf. Die positiven Erfahrungen mit dem TI-Gateway verdeutlichen zugleich, wie wichtig die konsequente Weiterentwicklung der TI ist. Auch die geplante TI-Plattform als Open-Source-basierte Infrastruktur soll einen wesentlichen Beitrag zu einer stabilen und zukunftsfähigen TI leisten.
Ausblick: Weitere Nutzergruppen und neue Technologien im Fokus
Während Anwendungen wie die ePA in Arztpraxen und Krankenhäusern zunehmend verankert sind, verdeutlicht der TI-Atlas zugleich weitere notwendige Entwicklungsschritte. Bei Pflegeeinrichtungen steht vor allem der aktuelle Umsetzungsstand der verpflichtenden TI-Anbindung im Fokus: Etwa die Hälfte der Pflegeeinrichtungen ist inzwischen an die TI angeschlossen. Der weitere Ausbau der digitalen Vernetzung bleibt damit ein wichtiger nächster Schritt – auch bei Reha-Einrichtungen, Gesundheitsämtern und weiteren Nutzergruppen.
Auch Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung: Bereits heute nutzt etwa die Hälfte der befragten Einrichtungen erste KI-Anwendungen – bislang vor allem zur Unterstützung administrativer und organisatorischer Prozesse.
„Der TI-Atlas 2026 zeigt, dass digitale Anwendungen im Versorgungsalltag verankert sind und dort konkreten Nutzen schaffen. Die ePA, der digitale Medikationsprozess (dgMP) mit dem elektronischen Medikationsplan und eine stabile technische Infrastruktur bilden wichtige Bausteine für eine stärker vernetzte Versorgung. Auch Anwendungen wie das E-Rezept und die Kommunikation im Medizinwesen (KIM) sind aus dem Versorgungsalltag nicht mehr wegzudenken und zeigen, wie digitale Prozesse zunehmend selbstverständlich werden“, so Dr. Florian Hartge, Geschäftsführer der gematik.
📊 Alle Ergebnisse des TI-Atlas 2026: TI-Atlas
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