10.03.2026 | News

Gemeinsames Pilotprojekt zur kartenlosen Institutions-Identität (HSM-B) im Highspeed-Konnektor

Die gematik testet gemeinsam mit der RHÖN-KLINIKUM AG ein neues Verfahren, mit dem medizinische Einrichtungen ihre digitale Identität in der Telematikinfrastruktur (TI) künftig auch ohne physische Karte nachweisen können. Bisher ist dafür eine sogenannte SMC-B-Karte erforderlich – eine Institutionskarte, die in ein Kartenterminal gesteckt wird. Mit der neuen Lösung kann diese Identifikation alternativ auch digital beziehungsweise kartenlos erfolgen.

Dieser Identitätsnachweis gewährleistet – ebenso wie das Verfahren mit der SMC-B-Karte – dass die Abläufe in der TI geschützt bleiben und ausschließlich berechtigte Einrichtungen auf sensible Patientendaten zugreifen können.

Beteiligt an der Pilotierung sind außerdem:

  • die D-Trust GmbH, die die Zertifikate erstellt,
  • die DKTIG GmbH, die die Ausgabe- und Freigabeprozesse koordiniert
  • sowie die RISE GmbH als Hersteller des Highspeed-Konnektors (HSK), der den Zugang zur TI ermöglicht und in dem die digitale Identität der Einrichtung sicher gespeichert und ohne physische Karte genutzt werden kann.

Das Pilotprojekt läuft aktuell als sogenannter Friendly User Test (FUT) ausschließlich bei der RHÖN-KLINIKUM AG ohne Auswirkungen auf andere Einrichtungen und TI-Teilnehmende.

Wie funktioniert die neue Lösung genau?

Bislang identifizieren sich Krankenhäuser und Kliniken wie andere medizinische Einrichtungen in der TI über die SMC-B-Karte. Diese steckt in einem Kartenterminal, muss verwaltet werden und erfordert mitunter wiederholte PIN-Eingaben.

Mit dem neuen Verfahren – der HSM-B-Lösung – entfällt diese physische Karte: Stattdessen wird die digitale Institutionsidentität direkt in ein besonders geschütztes Sicherheitsmodul innerhalb des Highspeed-Konnektors integriert. Dieses Hardware Security Module (HSM) übernimmt automatisch die sichere Identifikation der Einrichtung – ganz ohne zusätzliche Hardware oder PIN-Eingaben.

Vorteile für den Praxis- und Klinikalltag

Mit der HSM-B-Lösung ergeben sich für die Einrichtungen mehrere praktische Erleichterungen im täglichen Betrieb:

  • weniger Hardware: weniger Kartenterminals und weniger SMC-B-Karten, die diese bedingen
  • kein Einsatz oder Austausch von SMC-B-Karten
  • keine wiederholten PIN-Eingaben
  • stabilere und leistungsfähigere Abläufe
  • höhere Sicherheit – die digitale Institutionsidentität wird in einem besonders geschützten Sicherheitsbereich im Rechenzentrum gespeichert und verarbeitet, anstatt auf einer physischen Karte im Kartenterminal vorzuliegen

Vor allem für Krankenhäuser und Kliniken wird die technische Komplexität reduziert, gleichzeitig steigen die Sicherheit und Systemstabilität.

Erfahrungen für den späteren Roll-out

Damit ein neues Verfahren wie die HSM-B-Lösung reibungslos funktioniert, wird es aktuell unter realen Bedingungen getestet. Im laufenden Betrieb zeigen sich Abläufe, Schnittstellen und organisatorische Abhängigkeiten, die in simulierten Testumgebungen oft nicht sichtbar werden. Der Friendly User Test dient daher dazu, frühzeitig Erfahrungen zu sammeln, das Verfahren zu optimieren und sicherzustellen, dass es schnellstmöglich in der Breite eingesetzt werden kann.