Häufig gestellte Fragen und Antworten

Welche Vorteile können Pflegeeinrichtungen ab dem 01.01.2022 in der Rezeptlogistik erwarten?

Mit dem E-Rezept entfällt das rosa Rezeptformular Muster 16. Das E-Rezept kann auch elektronisch übermittelt werden, selbst der Ausdruck. Das erspart Wege, Post und Papier. Mit Einführung der Mehrfachverordnungen wird weitere Entlastung in der Rezeptlogistik ermöglicht ab voraussichtlich Mitte 2022. Dann können auf ein Rezept bis zu 3 gleichartige Folgeverordnungen erstellt werden. Die Gültigkeiten liegen zwar in der Zukunft, der Ausdruck wird aber mitgegeben und es braucht keinen erneuten Arztkontakt.

Welche Vorteile sehen Sie für Pflegedienste durch die Einführung des E-Rezeptes ab dem 01.01.2022?

Das Papierrezept wird nicht mehr die einzige Möglichkeit sein ein Rezept in die Apotheke zu bringen. Patienten können es auch digital weiterleiten. Das kann Wege ersparen.

Benötigen angestellte Apothekerinnen und Apotheker einen Heilberufsausweis? Oder reicht der Heilberufsausweis der Inhaberin/des Inhabers, auch wenn es dort mehrere Apothekerinnen und Apotheker gibt?

Grundsätzlich reicht es aus, wenn der/die Apothekeninhaber/-in einen Heilberufsausweis hat. In den Fällen, in denen laut Rahmenvertrag eine qualifizierte elektronische Signatur notwendig ist, müsste dann aber stets der/die Inhaber/-in per Heilberufsausweis signieren. Aus Gründen der Praktikabilität empfiehlt der DAV daher, auch die angestellten Apothekerinnen und Apotheker mit einem Heilberufsausweis auszustatten. Die Finanzierungsvereinbarung dazu finden Sie unter: www.dav-notdienstfonds.de/ti-themen/erstattungen/erlaeuterungen-ti-erstattungspauschalen/erlaeuterungen-gesamt/  (Quelle: DAV, Stand: 15.06.21)

Brauchen Vertretungsärztinnen und -ärzte einen eigenen Heilberufsausweis?

Ja. Das gilt für jede Person, die Anwendungen in der Telematikinfrastruktur nutzen will, für die ein Heilberufsausweis erforderlich ist. Dazu gehören zum Beispiel das qualifizierte Signieren von E-Rezepten, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und E-Arztbriefe.

Meine Apotheke hat mehrere Filialen. Brauche ich für jede Filiale einen Heilberufsausweis?

Nein. Der Heilberufsausweis ist an die Person des Apothekers/der Apothekerin gebunden und nicht an die Institution Apotheke.

Brauche ich als PTA einen Heilberufsausweis, um Rezepte zu beliefern?

Nein, als PTA benötigen Sie keinen Heilberufsausweis.

Braucht jede/-r Ärztin/Arzt einen eigenen Heilberufsausweis, zum Beispiel in einer Gemeinschaftspraxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum?

Ja, jede Ärztin und jeder Arzt, die/der E-Rezepte ausstellen möchte, benötigt einen eigenen Heilberufsausweis. Wenn mehrere Ärztinnen und Ärzte zeitgleich die Komfortsignatur aktivieren möchten, um komfortabel Signaturen zu erstellen, werden ggf. mehrere Kartenterminals benötigt. In ein Kartenterminal können zwei Heilberufsausweise gesteckt werden. Der Heilberufsausweis muss dauerhaft gesteckt bleiben, solange die Komfortsignatur aktiv ist.

Kann der Heilberufsausweis auch im Kartenlesegerät stecken bleiben?

Für die Nutzung der Komfortsignatur ist dies erforderlich. Daher sollte das Kartenterminal für den Heilberufsausweis an einem zugriffsgesicherten oder permanent beaufsichtigten Ort stehen.

Wie wird signiert, wenn der Heilberufsausweis defekt ist oder versehentlich vergessen wurde und daher nicht in der Praxis genutzt werden kann?

In diesen Fällen kommt das Ersatzverfahren zum Einsatz. Sie können also das herkömmliche Muster 16 verwenden.

Brauchen alle Ärztinnen und Ärzte in einer Gemeinschaftspraxis einen Heilberufsausweis und ein dazugehöriges Kartenterminal?

Ja, jede Ärztin und jeder Arzt, die/der E-Rezepte ausstellen möchte, benötigt einen eigenen Heilberufsausweis. Wenn mehrere Ärztinnen und Ärzte zeitgleich die Komfortsignatur aktivieren möchten, um komfortabel Signaturen zu erstellen, werden ggf. mehrere Kartenterminals benötigt. In ein Kartenterminal können zwei Heilberufsausweise gesteckt werden. Der Heilberufsausweis muss dauerhaft gesteckt bleiben, solange die Komfortsignatur aktiv ist.

Wer übernimmt die Kosten des Heilberufsausweises?

Die finanzielle Förderung des Heilberufsausweises ist je nach Berufsgruppe unterschiedlich geregelt. Sie orientiert sich meistens an der Finanzierungsvereinbarung zwischen der jeweiligen Interessenvertretung auf Bundesebene und dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-SV). Die Heilberufsausweis-Herausgeber und ihre Bundesorganisationen informieren umfassend zu Fragen der Kostenerstattung.

Welche Generation des Heilberufsausweises benötigt man für das E-Rezept?

Um alle Anwendungen der Telematikinfrastruktur nutzen zu können, benötigen Sie einen Heilberufsausweis der Generation 2 oder höher. Dieser kann bei allen von der gematik zugelassenen Kartenanbietern bestellt werden. Für einzelne Anwendungen, wie die qualifizierte elektronische Signatur, ist auch noch die sogenannte Heilberufsausweis-Vorläuferkarte der Generation 0 eingeschränkt einsetzbar, denn sie unterstützt keine Komfortsignatur. ZOD-Karten / Zahnärztliche Vorläuferkarten: mit der KZBV und den herangezogenen Herausgeber-Experten konnten am 1.9.2021 die technischen Attribute identifiziert werden, die eine Rollenprüfung durch den Fachdienst auch hier erlauben. Noch im September werden dazu erste Tests stattfinden und die Funktionstüchtigkeit verifiziert. Auffälligkeiten aus Feld oder im Test, so ab Oktober noch auftretend, werden im Dialog bewertet.

Was passiert, wenn mein Heilberufsausweis gestohlen wurde?

Sie sollten den Heilberufsausweis dann umgehend sperren lassen, um Missbrauch vorzubeugen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Kartenanbieter, wie Sie eine Sperrung beauftragen können.

Kann ich mehrere Exemplare des Heilberufsausweises bestellen für den Fall, dass das Original nicht mehr auffindbar ist?

Jeder Heilberufsausweis ist ein Original. Die meisten Anbieter von Heilberufsausweisen erlauben es, zwei Heilberufsausweise zu beantragen. Sie können dann beide Ausweise gleichberechtigt einsetzen.

Im Krankenhaus geht das E-Rezept der Ambulanzen an die Krankenhausapotheke. Wie kann hier der Patient, der dem zugestimmt hat, umgangen werden? Sonst müsste die Ambulanz jeden Rezeptcode ausdrucken und der Apotheke schicken.

Das E-Rezept im Krankenhaus deckt zunächst das Entlassrezept sowie Rezepte der Ermächtigungsambulanzen ab. Für Stationsbedarf wird das E-Rezept nicht verwendet. Rezepte, die aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen oder der Einwilligung der Versicherten direkt an die Krankenhausapotheke gesendet werden, werden noch nicht berücksichtigt.

Welche Lösungen für die qualifizierte elektronische Signatur bietet die gematik für Unikliniken mit über 1000 Heilberufsausweisbesitzern? Bleibt hier nur die mehrfache Eingabe der PIN?

Aktuell können wir zwei Varianten für die qualifizierte elektronische Signatur anbieten:

  1. Komfortsignatur mit Heilberufsausweis, der für den Arbeitstag sicher gesteckt ist. Dafür sind auch dezentrale Lösungen möglich, so kann der Heilberufsausweis zum Beispiel im Arztzimmer in ein Kartenlesegerät gesteckt werden. Mit der Komfortsignatur können dann Signaturen an allen Arbeitsplätzen erstellt werden. Die Arbeitsplätze brauchen kein E-Health-Kartenterminal.
  2. Standardsignatur mit Heilberufsausweis mit PIN-Eingabe für jeden Signaturauftrag (Einzel- oder Stapelsignatur)
Sind auch alle Rezepte im Krankenhaus jetzt E-Rezepte?

Die Entlassrezepte in Krankenhäusern müssen ab 2022 als E-Rezept ausgestellt werden. Für die ambulante Behandlung im Krankenhaus sollen auch patientenindividuelle Rezepte, wie Zytostatika, als E-Rezept verordnet werden. Hierzu werden die konkreten Abläufe derzeit noch spezifiziert.

Ist das E-Rezept auch für Krankenhäuser vorgesehen? Muss jede/-r Ärztin/Arzt einen Heilberufsausweis einsetzen oder gibt es einen Instituts-Heilberufsausweis, der zentral gesteckt ist?

Das E-Rezept im Krankenhaus deckt zunächst das Entlassrezept sowie Rezepte der Ermächtigungsambulanzen ab. Der Heilberufsausweis ist personenbezogen. Daher muss jede/-r Ärztin/Arzt einen eigenen Heilberufsausweis einsetzen.

Merkt sich die E-Rezept-App, bei welcher Apotheke zuletzt bestellt wurde? Oder sind immer alle Apotheken gleichwertig gelistet?

Wir planen, diese Funktion sehr bald in die App zu integrieren. Nutzerinnen und Nutzer des E-Rezepts sollen dann die zuletzt beauftragten Apotheken sehen.

Kann ich während des Bestellvorgangs einen Text an die Apotheke schicken?

Diese Funktionalität ist geplant und wird zeitnah umgesetzt.

Wie spielt das E-Rezept mit der E-Patientenakte und dem E-Medikationsplan zusammen? Muss die Ärztin/der Arzt das E-Rezept in die E-Patientenakte schieben?

In einer zukünftigen Ausbaustufe wird es Versicherten möglich sein, die Verordnungs- und Dispensierinformationen aus dem E-Rezept automatisiert in die E-Patientenakte zu übernehmen. Der E-Medikationsplan wird von der Ärztin/vom Arzt im Praxisverwaltungssystem oder von der Apotheke im Warenwirtschaftssystem bearbeitet und derzeit auf der Gesundheitskarte der Versicherten gespeichert. Ab 2023 soll der E-Medikationsplan in einem Online-Fachdienst der Krankenkasse gespeichert werden.

Wird es für Ärzte irgendwann die Möglichkeit geben, mobile Konnektoren mitzuführen, um auch auswärts E-Rezepte zu erstellen (etwa bei der Palliativbetreuung)?

Bei der Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur werden zukünftig auch mobile Einsatzszenarien berücksichtigt.

Gibt es schon Pläne für die Pflege?

Ja, die Verordnung von außerklinischer Intensivpflege und häuslicher Krankenpflege wird 2024 eingeführt.

Wann werden andere Rezepttypen als E-Rezept umgesetzt?

Über die Verwendung des E-Rezepts treffen die Bundesmantelvertragspartner Vereinbarungen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung beschreibt diese unter www.kbv.de/html/erezept.php.

Wird der Datensatz der pharmakoepidemiologischen Forschung zur Verfügung gestellt? Falls ja, welche Informationen werden auswertbar sein?

In einer zukünftigen Ausbaustufe wird es Versicherten möglich sein, die Verordnungs- und Dispensierinformationen aus dem E-Rezept automatisiert in die E-Patientenakte zu übernehmen. Die E-Patientenakte wird eine Anbindung an die Forschung ermöglichen. Weitere Details wurde noch nicht festgelegt.

Ab wann gibt es das E-Rezept auch für Privatversicherte und beihilfeberechtigte Patientinnen und Patienten? Wird hier der Prozess ähnlich ablaufen?

Derzeit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass auch Privatversicherte im kommenden Jahr teilnehmen können. 

Ich bin Teil der Fokusregion Berlin-Brandenburg. Was bedeutet das?

Die Testphase des E-Rezepts läuft seit dem 1. Juli 2021 in der Fokusregion Berlin/Brandenburg (bis Dezember 2021). Das E-Rezept wird in dieser Region von ausgewählten Arztpraxen, Apotheken und Patientinnen und Patienten getestet, wissenschaftlich untersucht und bewertet. Für Sie bedeutet dies, dass Sie an der Evaluation teilnehmen können. Fragen Sie in Ihrer Arztpraxis nach dem Fragebogen.

Werden in der Testphase auch Rezepte für Zytostatikainfusionen erprobt?

Nein, Zytostatika werden erst später verordnet werden können.

Ist die Komfortsignatur Bestandteil der Testphase? Und werden die mit der Signatur verbundenen Änderungen im Praxisablauf ebenfalls in der Testphase betrachtet?

Ja, es wird der gesamte Prozess von der Erstellung bis hin zur Einlösung eines E-Rezepts in der Testphase evaluiert. 

Gibt es eine Absicherung, dass die Versicherten das E-Rezept nicht in mehreren Apotheken einlösen?

Dem E-Rezept liegt ein Statusmodell zugrunde. Demnach kann nur genau eine Apotheke das E-Rezept beliefern.

Sind E-Rezepte fälschungssicher?

E-Rezepte werden von der/dem verordnenden Ärztin/Arzt qualifiziert elektronisch signiert. Die Apotheke überprüft diese Signatur im Rahmen der Abgabe des Medikaments. Zudem sind E-Rezepte nur einmalig einlösbar.

Wie wird die Datensicherheit beim E-Rezept gewährleistet? Und wer kann auf ein E-Rezept zugreifen?

Die E-Rezepte werden von der Arztpraxis verschlüsselt an einen zentralen Dienst übertragen, dort verschlüsselt gespeichert und verarbeitet und wieder verschlüsselt von der Apotheke abgerufen. Damit sind die E-Rezepte vor unbefugtem Zugriff geschützt. Zudem können nur Personen ein E-Rezept abrufen, die im Besitz des Rezeptcodes (E-Rezept-Token) sind. Das können die/der Versicherte selbst, ein Vertreter oder die Apotheke sein. Die/der verordnende Ärztin/Arzt kann ein E-Rezept in begründeten Fällen wieder löschen.

So wie ich das verstanden habe, läuft das E-Rezept über eine App der gematik. Ist das so korrekt? Oder gibt es mehrere Apps, die das E-Rezept in die Apotheke bringen? Wenn ja, welche?

Die E-Rezept-App der gematik ist die einzige App am Markt, die auf den Fachdienst in der Telematikinfrastruktur zugreifen darf. Also können neue E-Rezepte nur über diese App empfangen werden. Digital empfangene Rezepte können in der E-Rezept-App dann digital über die E-Rezept-App an eine Apotheke zugewiesen werden. In der App der gematik werden alle Apotheken in Deutschland wettbewerbsneutral dargestellt. 
Sollten Patienten einen Ausdruck in der Arztpraxis erhalten, können sie den Rezeptcode, der darauf zu sehen ist, mit anderen Apps abscannen und an eine Apotheke schicken.

Wird es den Heilberufsausweis auch noch für andere Berufsgruppen geben, bspw. für das Pharmaingenieurswesen?

Pharmazieingenieurinnen und -ingenieure sollen auch HBAs erhalten. Derzeit ist noch in Klärung, wer diese ausgeben wird. 

Ist das eRezept der DAK, Techniker Krankenkasse und anderer gesetzlicher Krankenversicherungen kompatibel zum E-Rezept der gematik?

Nein, einzelne Krankenkassen haben eigene E-Rezept-Pilotprojekte, um bereits vor der bundesweiten Einführung des E-Rezepts der gematik Erfahrungen mit dem elektronischen Rezept sammeln zu können. Allerdings basieren diese auf einer anderen Infrastruktur und sind nicht kompatibel. 

Wo finde ich die E-Rezept-App?

Die App "Das E-Rezept" gibt es bereits bei Google Play (Android), in der AppGallery (Android auf Huawei-Geräten) und im App Store von Apple (iOS).

Können auch Privatversicherte ein E-Rezept erhalten?

Die gematik tauscht sich derzeit mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung über eine mögliche Umsetzung aus.

Ab wann gibt es das E-Rezept?

Seit dem 1. Juli 2021 läuft die Testphase für das E-Rezept in der Fokusregion Berlin-Brandenburg. Diese wurde zunächst bis Dezember 2021 verlängert. Ab dem 1. Januar 2022 verschreiben alle Ärztinnen und Ärzte mit Kassenzulassung dann nur noch E-Rezepte für apothekenpflichtige Arzneimittel. Die privaten Krankenversicherungen planen, ebenfalls im Jahr 2022 für ihre Versicherten die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen.

Wie können Rezepturen bzw. patientenindividuelle Zubereitungen (Zytostatika-Anforderungen) an Apotheken übertragen werden?

Für diese speziellen Rezepttypen werden derzeit die Anforderungen in Spezifikationen umgesetzt. Wir rechnen mit einer zeitnahen Veröffentlichung und einer Verfügbarkeit im Feld im Laufe des Jahres 2022. 

Darf eine Ärztin/ein Arzt im Auftrag der/des Versicherten ein E-Rezept direkt an die Apotheke übermitteln?

Gesetzlich zulässige Fälle sind im ApoG §11 aufgeführt. Alles Weitere sind individuelle Vereinbarungen, die juristisch geprüft werden sollten.

Ist die Zuzahlungspflicht im E-Rezept gespeichert? Können Versicherte den Status durch Vorlage des Befreiungsausweises beeinflussen?

Es gelten die Regeln wie beim Papierrezept. Im Anforderungskatalog für Primärsysteme der Ärzte gemäß SGB V §73 für Verordnungssoftware (Anlage 23 BMV-Ärzte) sind hierzu Pflichtangaben hinterlegt. Dass ein Befreiungsausweis vorlag, können Sie in der Apotheke aber auch als zusätzliche Angabe zur Abgabe (Freitext) dokumentieren.

Warum ist das E-Rezept nur 100 Tage verfügbar?

Der Fachdienst E-Rezept ist nicht für eine dauerhafte Speicherung der Medikationsdaten eines Versicherten vorgesehen. Daher wird künftig die Möglichkeit geschaffen, dass Versicherte die Verordnungs- und Dispensierdaten aus den E-Rezepten mit ihrer E-Patientenakte synchronisieren und dort dauerhaft speichern können.

Kann das E-Rezept auf der Gesundheitskarte gespeichert werden?

Zunächst wird die Gesundheitskarte nicht eingesetzt, um E-Rezepte in der Apotheke einzulösen. In einer zukünftigen Ausbaustufe ist aber vorgesehen, einer Apotheke durch das Stecken der Gesundheitskarte den Zugriff auf E-Rezepte der Versicherten zu ermöglichen.

Gibt es auch ein Ersatzverfahren ohne Papierbeleg und ohne App? Zum Beispiel mit der Gesundheitskarte?

Ja, es ist geplant, das E-Rezept auch über die Gesundheitskarte verwenden zu können. Die gematik wird bis Ende 2021 spezifizieren, wie dieses Verfahren ablaufen wird. Wann diese Lösung im Alltag eingesetzt werden kann, ist derzeit noch nicht klar.

Werden alle Softwarehäuser (für Arztpraxen und Apotheken) die E-Rezept-Funktionalitäten bis 2022 implementieren?

Entsprechend der Rechtsverordnung nach SGB V §375 sind die Systemhäuser verpflichtet, bis zum 1. Oktober 2021 die Schnittstellen zum Fachdienst E-Rezept zu implementieren. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fordert die Zertifizierung der Verordnungssoftware ebenfalls bis zu diesem Termin. Alle aktuell zugelassenen Systeme finden Sie hier: https://update.kbv.de/ita-update/Service-Informationen/Zulassungsverzeichnisse/KBV_ITA_SIEX_Verzeichnis_AVWG_eRezept.pdf

Wird das Ausstellungsdatum auf dem E-Rezept vermerkt?

Ja, der Datensatz beinhaltet das Ausstellungsdatum.

Bekommt man ab sofort nur noch E-Rezepte?

Im ersten Schritt werden Verordnungen für apothekenpflichtige Arzneimittel auf das E-Rezept umgestellt. Das E-Rezept wird dann stufenweise ausgebaut. Als Nächstes werden Rezepte für Betäubungsmittel und T-Rezepte digitalisiert.

Wie lange werden E-Rezepte gespeichert?

E-Rezepte werden 100 Tagen nach der Einlösung automatisch gelöscht (gemäß SGB V §360 Abs. 6). Versicherte können ihr E-Rezept selbst löschen – auch ohne dass das E-Rezept eingelöst wurde. E-Rezepte, die nicht eingelöst wurden, werden automatisch zehn Tage nach Ablauf der Rezeptgültigkeit (Datum der Rezeptausstellung + 92 Kalendertage) gelöscht.

Ich finde meine Apotheke in der E-Rezept-App nicht oder die angegeben Informationen stimmen nicht. Was kann ich tun?

Die öffentlich sichtbaren Daten Ihrer Apotheke in der E-Rezept-App der gematik speisen sich aus zwei verschiedenen Quellen. Zunächst werden die sog. Basisdaten der Apotheke (Name, Anschrift) aus dem Verzeichnisdienst (VZD) der Telematikinfrastruktur bezogen. Zusätzlich kommen weitere sinnvolle bzw. nützliche (Mehrwert)Informationen zu Ihrer Apotheke (Öffnungszeiten, Botendienst ...) aus dem Verbändeportal des DAV „mein-apothekenportal.de“.

Bitte überprüfen Sie:

  • Sind Sie bereits an die Telematikinfrastruktur angeschlossen? Besitzen Sie bereits eine SMC-B Karte für Ihre Apotheke?
  • Ist Ihre SMC-B Karte bereits aktiviert?
  • Sind die Mehrwertinformationen zu Ihrer Apotheke durch Sie als Apothekeninhaber/in im Verbändeportal „mein-apothekenportal.de“ korrekt eingepflegt worden? Vor allen Dingen achten Sie auf die richtige Eingabe Ihrer Telematik-ID. Diese ist unerlässliche Voraussetzung für die Identifikation Ihrer Apotheke in der Telematikinfrastruktur. Nach der Einwilligung zur Datenweitergabe an die gematik, werden Ihre Mehrwertdaten in der E-Rezept-App der gematik angezeigt. Beachten Sie hierbei bitte, dass dies erst am Folgetag erfolgt.

Für Ihre Nachfragen stehen Ihnen verschiedene Ansprechpartner zur Verfügung:

  • Fragen rund um Ihre SMC-B Karte beantworten Ihnen Ihre zuständige Landesapothekerkammer sowie der Kartenherausgeber Ihrer SMC-B.

Für Fragen rund um die Mehrwertinformationen Ihrer Apotheke bzw. den Datentransfer in den VZD steht Ihnen das Support-Team des Verbändeportals „mein-apothekenportal.de“ zur Verfügung.

Ausführliche Informationen zum Vorgehen werden vom DAV bereitgestellt: https://www.mein-apothekenportal.de/downloads/apothekensuche_gematik_app.pdf