E-Rezept

Kopf frei für das Wesentliche

Das E-Rezept kommt. Ab Juli 2021 wird das Erstellen, Einreichen und Verarbeiten von Rezepten einfacher – ohne Medienbrüche. Das verbessert den Versorgungsalltag für alle Beteiligte.

Mit dem E-Rezept werden Praxismitarbeiter und Apotheker mehr Zeit für ihre Patienten bzw. Kunden erhalten. Patienten wird ermöglicht, bei der Versorgung mit Medikamenten flexibler zu agieren und sich aktiver bei ihrer Behandlung einbringen zu können. Patienten entscheiden selber, ob ihnen das Rezept auf ihr Smartphone übermittelt, oder ob ihnen ein Ausdruck mit 2D-Code überreicht wird.

Wie funktioniert das E-Rezept?

  • Schritt 1: Der Arzt erstellt ein E-Rezept in seinem Praxisverwaltungssystem.
  • Schritt 2: Der Patient entscheidet dann, ob er das E-Rezept auf sein Smartphone übermittelt oder ausgedruckt erhalten möchte. Auf dem Papierrezept ist ein 2D-Code zu sehen, der in der Apotheke einlesbar ist.
  • Schritt 3: Der Patient kann das E-Rezept über seine App auf dem Smartphone einer Apotheke seiner Wahl zuweisen, so dass das Medikament dort schon vorab bereitgestellt wird. Die Apotheke kann zurückmelden, falls ein Medikament oder eine Rezeptur erst später bereitsteht. Bietet die Apotheke einen Botendienst an, kann auch diese Belieferung angeknüpft werden.
  • Schritt 4: Der Patient geht mit seinem Papierrezept oder E-Rezept auf dem Smartphone in die Apotheke und zeigt den 2D Code vor. Der Apotheker greift über den 2D Code auf das eigentliche Rezept in der Telematikinfrastruktur zu und die Abgabe des Medikamentes erfolgt.  

Die Vorteile des E-Rezepts auf einen Blick

  • Bestehende, papiergebundene Prozesse – von Rezepterstellung bis zur Abgabe in der Apotheke – werden digitalisiert und vereinfacht.
  • Das E-Rezept ist in allen Vor-Ort und Online Apotheken einlösbar.
  • Unterstützung bei der Einführung der Fernbehandlung
  • Wahlfreiheit: Patienten können das E-Rezept via App oder Papierausdruck nutzen
  • Das E-Rezept schafft eine größere Datengrundlage, um die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern
  • Neuer, sicherer Kommunikationsweg zwischen Patienten und Apotheken

FAQ zum E-Rezept

Was ist ein E-Rezept?

Die Bezeichnung „E-Rezept“, auch „E-Verordnung“ genannt, steht als Kurzform für „elektronisches Rezept“ und beschreibt die Übermittlung von ärztlichen Verordnungen in elektronischer Form anstatt auf dem Papier.

Derzeit erhält jeder Patient, der in Deutschland von seinem Arzt Medikamente verschrieben bekommt, ein Rezept in Papierform ausgehändigt, das er anschließend zur Einlösung in die örtliche Apotheke bringt oder per Post zu einer Online-Apotheke schickt. Zukünftig findet der für die Abgabe von verschreibungspflichtigen Medikamenten erforderliche Informationsaustausch zwischen Arzt, Patient, Apotheke und Krankenkasse auf der Grundlage des elektronischen Rezepts statt.

Wozu brauchen wir in Deutschland ein elektronisches Rezept?

Die elektronische Übermittlung von Rezepten ermöglicht Versicherten die komfortablere Handhabung ihrer Rezepte und bietet somit mehr Service für die Patientin oder den Patienten. Außerdem erleichtert und beschleunigt die Übermittlung von Rezepten das Verfahren und den Arbeitsprozess rund um das Rezept für Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker z.B. durch die Vereinfachung von Dokumentations- und Abrechnungsprozessen.

Wenn künftig Patientinnen und Patienten die Videosprechstunde nutzen, ist die Möglichkeit zur Ausstellung elektronischer Rezepte unverzichtbar. Ein unnötiger Weg in die Praxis, um ein zuvor im Rahmen einer Videosprechstunde ausgestelltes Rezept abzuholen, entfällt.

Brauche ich künftig ein Smartphone für ein E-Rezept?

Versicherte können auf Wunsch auch einen Papierausdruck mit einem 2D-Barcode und mit den Informationen zu den verschriebenen Arzneimitteln in der Arztpraxis erhalten und in der Apotheke vorlegen. Das E-Rezept kann somit auch ohne Smartphone genutzt werden.

Wie kann ich das Rezept einlösen?

Sobald der Patient das E-Rezept auf seinem Smartphone oder auf dem Papierausdruck mit dem 2D-Barcode vorliegen hat, kann er dieses in der Apotheke seiner Wahl einlösen. Die Apotheke liest den 2D- Barcode auf dem E-Rezept ein und händigt dem Patienten die verordneten Medikamente wie gewohnt aus. Ebenfalls ist es möglich, das E-Rezept an eine Vor-Ort- oder Online-Apotheke weiterzuleiten.

Welche Vorteile bietet das E-Rezept?

Die Verordnung wird direkt aus dem System der Ärztin oder des Arztes erstellt. Der Vorgang ist ganz einfach:

  • Die Ärztin oder der Arzt füllt das Rezept in seinem Praxis-IT-System am Computer aus und unterschreibt es am Computer sicher und digital.
  • Anschließend wird das E-Rezept aus der Arztpraxis, also aus dem Praxissystem heraus, an den Fachdienst für das E-Rezept übermittelt, sodass es später von einer Apotheke abgerufen werden kann.

Die Patienten haben die Wahl:

  • Sie zeigen das E-Rezept persönlich in einer Vor-Ort-Apotheke zur Einlösung vor.
  • Sie wählen die gewünschte Apotheke per Smartphone aus und senden das E-Rezept digital mit wenigen Klicks an die gewünschte Apotheke.
  • Patienten, die kein Smartphone haben oder dies nicht für die Verwaltung ihrer E-Rezepte nutzen können oder wollen, können auf Wunsch auch einen Papierausdruck mit einem 2D-Barcode erhalten.

Arzneimittel ohne Medienbrüche abgeben:

  • Das E-Rezept kommt direkt im Warenwirtschaftssystem der Apotheke – also in dem Computerbestellsystem – an.
  • In der Apotheke sind somit kein langes Eingeben und kein Scannen von Papierrezepten mehr nötig.
  • Sendet der Patient das E-Rezept vorab in eine Vor-Ort- Apotheke, wird die Abholung erleichtert. So kann der Patient Wartezeiten, doppelte oder unnötige Wege sparen, etwa wenn ein Medikament nicht vorrätig ist und zu einem späteren Zeitpunkt angeliefert wird.
  • Die Einlösung des E-Rezepts in einer Online-Apotheke wird ebenfalls vereinfacht, da bei Nutzung des Smartphones ein Versenden durch die Versicherten per Post entfällt.

Wie sieht es mit der Umsetzung des E-Rezepts aus? Wann kann mit der bundesweiten Einführung gerechnet werden?

Das E-Rezept muss ab 1. Januar 2022 von allen an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzten und Zahnärzten für die Verordnung verschreibungspflichtiger Arzneimittel zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung genutzt werden. Die hierfür erforderlichen Spezifikationen, also die technischen Vorgaben, hat die gematik bereits zum 30. Juni 2020 erstellt. Die Bereitstellung der technischen Komponenten (z. B. die E-Rezept-App) ist laut Patientendaten-Schutz-Gesetz zum 30. Juni 2021 vorgesehen.

Was ist ein E-Rezept-Token?

Der E-Rezept-Token berechtigt den Inhaber zur Einlösung eines E-Rezeptes in der Apotheke. Er kann an die Apotheke elektronisch übertragen werden oder auch durch einen Barcode vor Ort „gezeigt“ werden. Er realisiert das „Besitzmodell“ und bildet damit die Flexibilität des E-Rezepts ab.

Der Token enthält die Zugangsdaten zum E-Rezept, die aber ausschließlich von einem berechtigten Leistungserbringer verwendet werden können. Dies wird dadurch sichergestellt, dass das E-Rezept selbst IMMER auf dem fachanwendungsspezifischen Dienst (Fachdienst) der gematik verbleibt. Nur Personen, die sich per elektronischem Heilberufsausweis an der Telematikinfrastruktur anmelden und als Apotheker ausweisen können, haben die Möglichkeit, mit den Zugangsdaten aus dem Token das E-Rezept zu lesen und zu verarbeiten. Die Anmeldung mit dem Heilberufsausweis erfolgt über die speziellen Kartenterminals und spezielle „Konnektoren“ der Telematikinfrastruktur und ist sehr sicher.

Berücksichtigt die gematik in ihren Konzepten nur Vor-Ort- oder auch Versandapotheken?

Beide Varianten werden durch die Spezifikation der gematik berücksichtigt.

Kann jemand den Server hacken und das E-Rezept eines Patienten einsehen?

Die E-Rezepte werden verschlüsselt abgelegt, sodass weder der Betreiber selbst noch potentielle Angreifer die E-Rezepte einsehen können. Die verwendete Technologie wird regelmäßig von internen und externen Experten überprüft.

Wo werden meine Daten gespeichert?

Die Daten werden verschlüsselt auf Servern der Telematikinfrastruktur gespeichert, die in einem vertrauenswürdigen Rechenzentrum stehen. Die dafür erforderlichen „Schlüssel“ werden durch ein technisches Modul zum hardwarebasierten Schutz sensibler Daten erzeugt, wodurch der Betreiber des Fachdienstes keinen Zugriff auf die erzeugten Schlüssel hat

Wie funktioniert die Abrechnung des E-Rezepts?

Die Abrechnung des E-Rezepts erfolgt für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen wie bisher auch direkt zwischen Apotheke und Krankenkasse. Nach der Abgabe des Arzneimittels erhält die Apotheke eine Bestätigung vom fachanwendungsspezifischen Dienst (Fachdienst) in der Telematikinfrastruktur und kann damit die Abrechnung des E-Rezeptes gegenüber den Krankenkassen vornehmen. Für die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen ändert sich nichts.

Für die E-Rezepte von Versicherten privater Krankenkassen werden zurzeit Konzepte zur benutzerfreundlichen Abrechnung erarbeitet.

Ab wann gibt es das E-Rezept?

Die erforderlichen technischen Dokumente sind veröffentlicht. Ab dem 01.07.2021 ist das E-Rezept dann bundesweit verfügbar.