DEMIS

Auf dem Weg zum digitalen Meldewesen

Der Grundstein für einen schnellen, sicheren und verlässlichen Meldeweg ist flächendeckend gelegt – das Fax wird künftig der Vergangenheit angehören. Automatische, schnelle und sichere Datenübermittlung: Mit dem „Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS)“ informieren Labore digital Gesundheitsämter über SARS-CoV-2-Nachweise. Ein wichtiger Beitrag in der Pandemie-Eindämmung, um Infektionsketten schnell zu erkennen. Meldezeiten werden erheblich verkürzt, Meldeketten automatisiert. Das Gesundheitsamt erfährt also sofort, wenn jemand positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Und auch dem Robert Koch-Institut (RKI) liegen die aktuellen Zahlen früher als bisher vor. An der Datenübermittlung wird kontinuierlich gearbeitet, um den Meldeprozess noch weiter zu verbessern und neben den Laboren auch anderen Meldepflichtigen, z.B. Ärzten, die elektronische Meldung zu ermöglichen.

Die gematik wurde zu Beginn der COVID-19-Pandemie im Frühjahr 2020 vom Bundesgesundheitsministerium beauftragt, das Robert Koch-Institut (RKI) und Fraunhofer FOKUS bei der Digitalisierung der Meldewege zu unterstützen. Mit einem interdisziplinären Team aus IT- und Projektexperten hat die gematik DEMIS gemeinsam mit den Projektpartnern auf den Weg gebracht. Und das ist zukunftsweisend: Die Datenübermittlung, die für SARS-CoV-2-Infektionen schnell aufgebaut wurde, soll künftig für weitere meldepflichtige Erreger, z.B. Influenzaviren, genutzt werden. Ein weiterer Schritt hin zur Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Die nächsten Ausbaustufen sind bereits in Arbeit: Weitere Nutzer, z.B. Ärzte, sollen an DEMIS angebunden werden. Ein Meldeportal für Leistungserbringer wird in die Telematikinfrastruktur integriert. Daten sollen zwischen den Akteuren des Meldesystems, insbesondere auch zwischen Gesundheitsämtern, sicher und schnell ausgetauscht werden können. Die Meldung weiterer Erregernachweise und Infektionskrankheiten ist geplant. Weitere Datenflüsse für die Surveillance von Infektionskrankheiten sollen integriert werden. DEMIS wird durch die Nutzung von Algorithmen das frühzeitige Erkennen von Ausbrüchen unterstützen. Die Daten werden zielgruppengerecht für die Nutzer und auch die Öffentlichkeit aufbereitet, visualisiert und zur Verfügung gestellt.

Thomas Jenzen, technischer Projektleiter bei der gematik GmbH:

„Die größte Herausforderung bei DEMIS war nicht technischer Natur, sondern dass wir in kürzester Zeit unter Einbeziehung vieler Akteure ein stabiles und zuverlässiges System aufbauen mussten. Durch DEMIS reduziert sich die Meldezeit zwischen allen Beteiligten massiv.“

Dr. med. Michael Müller, 1. Vorstandsvorsitzender Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) e.V.:

„Aus Perspektive des fachärztlichen Labors ist es ganz wichtig den Melde-Prozess zu digitalisieren: Wir haben jetzt standardisierte, strukturierte Daten. Und der Prozess ist medienbruchfrei, wir können also endlich die Faxmeldung abschaffen.“

Was ist DEMIS?

DEMIS (Deutsches Elektronisches Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz) ist eine zentrale digitale Anwendung für die Eindämmung und Bewältigung der COVID-19-Pandemie. Mit DEMIS wird das existierende Meldesystem für Infektionskrankheiten weiterentwickelt und die zukünftige digitale Infrastruktur für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in Deutschland bereitgestellt. Die Ziele: Reduzierung des Aufwands für Ärzte, Labore und Gesundheitsämter, schnellere Übermittlung der Informationen zu Infektionskrankheiten, effizienterer Datenaustausch. Aktuelle Zahlen liegen den zuständigen Landesbehörden und dem RKI dadurch schneller vor, was für die Einschätzung der Lage im Infektionsgeschehen entscheidend ist.
Alle 375 Gesundheitsämter und ein Großteil der Labore sind bereits an DEMIS angebunden. Voraussetzungen für die Anbindung: Installation der Software, die die DEMIS-Funktionen umsetzt, Authentifizierung der Nutzer durch ein Zertifikat.

Partner

Die gematik wurde vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragt, das Robert Koch-Institut und Fraunhofer FOKUS bei der Entwicklung der ersten Ausbaustufen von DEMIS zu unterstützen. Die FHIR-Profile wurden in Kooperation mit HL7 Deutschland erstellt.