Themen

Kompetenzzentrum für das digitale deutsche Gesundheitswesen

Die gematik versteht sich als Kompetenzzentrum und Dienstleistungsunternehmen für das Gesundheitswesen. Sie setzt den konzeptionellen Rahmen für die Telematikinfrastruktur als übergreifendes und sicheres Netz, koordiniert deren verlässlichen Betrieb sowie den marktgerechten Aufbau. Dabei gewährleistet die gematik die Funktionalität und Interoperabilität, also das reibungslose Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Komponenten, Diensten und Anwendungen in der Telematikinfrastruktur, und setzt Standards im digitalen deutschen Gesundheitswesen.


In diesem Zusammenhang übernimmt die gematik drei zentrale Aufgaben:

  • Spezifikation
  • Zulassung
  • Betriebskoordination

Die gematik spezifiziert die Anforderungen an Komponenten, Dienste und Anbieter von Betriebsleistungen des Gesundheitswesens in der TI. Für diese erteilt sie die Zulassungen und bestätigt darüber hinaus weitere elektronische Anwendungen für den Einsatz in der TI. Des Weiteren legt sie die Rahmenbedingungen für den Betrieb der TI fest und überwacht deren Einhaltung.

Spezifikation der Telematikinfrastruktur

Die Grundlage für die elektronische Vernetzung im Gesundheitswesen bildet die Telematikinfrastruktur. Komponenten und Dienste der Telematikinfrastruktur haben dabei bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Sie müssen funktional, sicher, interoperabel und kompatibel sein, um reibungslos arbeiten zu können.

Dazu gibt die gematik jeweils Merkmale und Anforderungen an die Funktionalität und die Sicherheit der Komponenten, Dienste und Anbieter von Betriebsleistungen sowie weitere elektronische Anwendungen an die Industrie vor. Die beteiligten Industrieunternehmen konzeptionieren und entwickeln anhand dieser Spezifikationen in eigener Verantwortung die Komponenten, Dienste und Anwendungen, die daraufhin umfangreich in der gematik und gegebenenfalls beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik getestet werden. Erst, wenn die Hersteller nachweisen können, dass die Anforderungen der gematik erfüllt sind, dürfen sie in der Telematikinfrastruktur zum Einsatz kommen.

Zulassungen und Bestätigungen

Mit den Zulassungsverfahren stellt die gematik sicher, dass nur Komponenten und Dienste (Produkte) in der Telematikinfrastruktur eingesetzt werden, die spezifikationskonform sind und somit die vorgegebenen Anforderungen der interoperablen und kompatiblen Telematikinfrastruktur erfüllen.

Voraussetzung für die Zulassung sind umfangreiche Funktions- und Interoperabilitätstests sowohl beim Hersteller als auch im gematik-Testlabor. Darüber hinaus haben die Hersteller nachzuweisen, dass die Komponenten und Dienste (Produkte) den sicherheitstechnischen Standards entsprechen. Bei dezentralen Komponenten sind Nachweise einzureichen, dass diese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geprüft wurden. Spricht die gematik eine Zulassung aus, können die Komponenten, Dienste (Produkte) und Anbieter der Betriebsleistungen dieser Produkte im flächendeckenden Onlinebetrieb der Telematikinfrastruktur eingesetzt werden. Weitere Anwendungen werden von der Industrie entwickelt. Sie können nach Bestätigung durch die gematik ebenfalls in der Telematikinfrastruktur bereitgestellt werden.

Betriebskoordination

Die gematik trägt die Verantwortung für die Einführung, Betriebskoordination und die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur. Den operativen Teil der Betriebsführung übernehmen dabei Industriepartner.

Durch das marktoffene und transparente Zulassungsverfahren ist gewährleistet, dass Anbieter von Diensten ihre Produkte Ärzten, Apothekern und damit auch Versicherten über die Telematikinfrastruktur anbieten können. Die gematik trägt dafür Sorge, dass dies in einem zeitlich und technisch geregelten Verfahren geschieht, der sogenannten Release-Planung. Damit stellt die gematik sicher, dass neue Dienste die Funktionalität der Plattform nicht beeinträchtigen. Die Release-Planung beinhaltet ebenfalls die Weiterentwicklung der Sicherheitsmechanismender Telematikinfrastruktur.

Interoperabilität fördern

Als Kompetenzzentrum hat die gematik zusätzlich den Auftrag, mit dem Interoperabilitätsverzeichnis vesta die Interoperabilität zwischen IT-Systemen im Gesundheitswesen zu fördern. Dazu wird nicht nur Transparenz über relevante Festlegungen der gematik, sondern auch über IT-Standards, Telemedizinprojekte und Gesundheits-Apps außerhalb der Telematikinfrastruktur geschaffen.

Unser Anspruch: die perfekte Balance zwischen dem Wissen um das Ganze und dem Blick fürs Detail.