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Verbindliche Standards für eine bessere Medizin

gematik wird Koordinierungsstelle für Interoperabilität (IOP)

In der Musik gilt der Kanon als Glanzstück von Mehrstimmigkeit und Einklang, denn erst das koordinierte Zusammenspiel von Solisten erweckt das Musikstück zum Leben. Ein solch koordiniertes Zusammenspiel ist auch im Gesundheitssystem nötig: Im deutschen Gesundheitswesen fungiert die gematik ab sofort als nationale Koordinierungsstelle für Interoperabilität und bringt die Standardisierungsexpertise verschiedener Institutionen und Personen an einem neutralen „runden Tisch“ zusammen. Die Zuständigkeit für die Koordination des sektoren- und akteursübergreifenden Zusammenspiels der IOP im Gesundheitswesen hat sie mit Verabschiedung der „Gesundheits-IT-Interoperabilitäts-Governance-Verordnung“ (kurz: GIGV) vom 14.10.2021 erhalten. Die Verordnung tritt am 15.10.2021 in Kraft.

Stefan Höcherl, Leiter Strategie & Standards bei der gematik: „Das ist für das deutsche Gesundheitswesen ein wichtiger Schritt, die Förderung von Standards und Interoperabilität im Gesundheitswesen ganzheitlich und kooperativ anzugehen. Wir freuen uns auf diese Aufgabe und die ergebnisorientierte Zusammenarbeit mit den Experten aus den ganz unterschiedlichen Feldern des Gesundheitssystems.“ Es werde in diesem von der gematik koordinierten und moderierten Expertengremium darum gehen, „die für eine bessere medizinische Versorgung und Forschung notwendigen Handlungsfelder und Bedarfe für Standards, Profile und Leitfäden zu identifizieren und Empfehlungen auszusprechen“, so Höcherl.

Die Koordinierungsstelle und das Expertengremium prüfen gemeinsam, welche Standards, Profile und Leitfäden noch bestehende Brüche im Austausch von Gesundheitsdaten in Deutschland schließen können und entscheiden über deren verbindlichen Einsatz. Existierenden und international anerkannten Standards, Profilen und Leitfäden wird dabei Vorrang vor neu zu entwickelnden oder gar Eigenentwicklungen einzelner Akteure gegeben. Für die zielgerichtete Analyse und Erarbeitung von Empfehlungen wird es einen transparenten Beteiligungsmodus geben, um die notwendige Standardisierungsexpertise einbinden zu können. Im Ergebnis sollen verbindliche Empfehlungen für ein interoperables Gesundheitssystem entstehen, die aus interdisziplinärer Teamarbeit und konsensbasierten Entscheidungsprozessen hervorgegangen sind.

 

Wissensplattform informiert und navigiert zu Digital Health in Deutschland

Eine weitere Rolle nimmt die gematik laut Verordnung künftig auch als Betreiber und Gestalter der Wissensplattform ein. Diese löst das bestehende Interoperabilitätsverzeichnis VESTA ab und wird nach den Bedarfen der Nutzer weiterentwickelt. Auf dieser Plattform wird die gematik u. a. aktuelle Informationen zur Arbeit des Expertengremiums, der Arbeitskreise sowie Standards und Empfehlungen veröffentlichen. Ebenso werden spezifische Informationen zur Interoperabilität im deutschen Gesundheitswesen z. B. zu laufenden Projekten und Veranstaltungen in der Wissensplattform gebündelt. Stefan Höcherl: „Wir freuen uns, damit künftig eine verbesserte konkrete Orientierungshilfe im deutschen Digital Health Markt für Anwender, Hersteller und Fachexperten mit eigener Community anbieten zu können. Die Wissensplattform wird in Englisch auch ein internationales Aushängeschild für die Erfolge der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens sein.“

 

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