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Praktisch und sicher: Kurznachrichten mit dem TI-Messenger

gematik entwickelt Spielregeln für Messenger-Dienst im Gesundheitssystem

Ein Patient wird im Krankenhaus behandelt und geht zur Nachuntersuchung zu seiner Hausärztin. Die Hausärztin hat Fragen zur Behandlung, die der Patient nicht beantworten kann. Per Messenger-Dienst schreibt sie eine kurze Nachricht an den behandelnden Arzt im Krankenhaus und erhält innerhalb kürzester Zeit eine Antwort. Messenger-Dienste sind längst Teil des Alltags vieler Menschen, denn sie sind schnell, praktisch und einfach – die Vorteile liegen auf der Hand. Genau hier knüpft die gematik an und entwickelt gemeinsam mit zukünftigen Nutzern und Partnern aus dem Gesundheitswesen neue einheitliche Standards für einen sicheren, leistungsfähigen und vielseitig einsetzbaren, dabei sektorenübergreifenden Messenger-Dienst. Die Entwicklung von Standards für den Telematikinfrastruktur-Messenger, kurz: TI-Messenger, ist ein wichtiger Schritt hin zur Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur.

 

Sichere Kommunikation per Kurznachricht in Echtzeit

Die Idee hinter dem TI-Messenger: ein sicheres Übermittlungsverfahren zu schaffen, mit dem Kurznachrichten über Apps ortsunabhängig auf dem Smartphone und Tablet oder stationär auf dem PC ausgetauscht werden können – digitale Kommunikation in Echtzeit. „Wir konzipieren den TI-Messenger in der ersten Ausbaustufe für Beschäftigte im Gesundheitswesen, die unkompliziert mit Kolleginnen und Kollegen zu medizinisch relevanten Themen kommunizieren möchten. Der Bedarf nach einer schnellen und sicheren Kommunikation ist groß“, erklärt Eric Grey, Produktmanager für den TI-Messenger bei der gematik.

 

Der Versand von Kurznachrichten in Praxen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie zu einem Digitalisierungsschub geführt. Der TI-Messenger soll KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ergänzen. KIM sorgt bereits jetzt für den sicheren E-Mail-Austausch sensibler Informationen wie Befunde, Bescheide, Abrechnungen und Röntgenbilder über die Telematikinfrastruktur und ersetzt damit z.B. den ausgedruckten Arztbrief. Der TI-Messenger ist dagegen auf die schnelle und asynchrone Ad-hoc-Kommunikation mit Kurznachrichten ausgelegt.

 

Erste Markt-Lösungen bereits im Frühjahr 2022 möglich

Mit den TI-Messenger-Standards geht die gematik neue Wege und möchte durch die Verwendung eines bestehenden Open-Source-Protokolls den Ansprüchen an Interoperabilität, Integrierbarkeit und Innovationsoffenheit gerecht werden. Zentrale Aspekte sind Marktoffenheit für Anbieter, Wahlfreiheit für Nutzer sowie schnelle Verfügbarkeit der Lösung.

 

Industriepartner und Dritte können auf Basis der Festlegungen eigene Messenger-Lösungen nutzerzentriert entwickeln und ihren Kunden diese nach Zulassung durch die gematik anbieten. Nutzer können entscheiden, über welchen TI-Messenger sie kommunizieren möchten. Wesentliche Unterschiede zu bereits bestehenden Messengerlösungen sind die Erreichbarkeit aller TI-Messenger-Nutzer durch die Gewährleistung von Interoperabilität zwischen einzelnen Messenger-Diensten und die Bereitstellung eines zentralen Adressbuches aller authentifizierten Nutzer. Dies sind Alleinstellungsmerkmale des gematik-Standards und ein Meilenstein für die sektorenübergreifende Kommunikation im Gesundheitswesen. Bereits im Frühjahr 2022 kann mit ersten Lösungen am Markt gerechnet werden.

 

Der Gesetzesentwurf zum Digital-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG), das die Grundlage für Auswahl und Festlegung des Messenger-Standards darstellt, wurde Ende Mai vom Bundesrat gebilligt; die Veröffentlichung der Festlegungen durch die gematik ist für Oktober 2021 vorgesehen.

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