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Dezentrale Komponenten

Spezifikation mobiles Kartenterminal Ausbaustufe 1

Zusammenfassung

Mobile Kartenterminals sollen es Ärzten im Rahmen des deutschen Gesundheitskartenprojektes ermöglichen die für sie abrechnungsrelevanten Versichertenstammdaten (VSD) zu lesen und zwischenzuspeichern, um sie später an ihr Primärsystem (PS) zu übertragen. Da sowohl Krankenversichertenkarten (KVK) als auch elektronische Gesundheitskarten (eGK) im Einsatz sind, muss das mobile Kartenterminal beide Kartentypen lesen können. Um Abrechungsmissrauch vorzubeugen, protokolliert das mobile Kartenterminal den Erfassungszeitpunkt eines VSD-Datensatzes und stellt vor der Speicherung sicher, dass die Daten konsistent sind. Das mobile Kartenterminal schützt die zwischengespeicherten Daten vor Missbrauch und Manipulation. Zur Übertragung der zwischengespeicherten VSD wird eine Schnittstelle zwischen mobilem Kartenterminal und Primärsystem definiert, welche sowohl für eGK- als auch für KVK-Daten nutzbar ist. Es ist auch zulässig, das mobile Kartenterminal mittels einer Dockingstation mit dem Primärsystem zu verbinden. Das mobile Kartenterminal kann optional auch die zwischengespeicherten VSD anzeigen oder ausdrucken.

Die Einführung mobiler Kartenterminals erfolgt in zwei Migrationsstufen. In der ersten Stufe, der Ausbaustufe 1, wird die Funktionalität bestehender mobiler Kartenlesegeräte, das Lesen, Zwischenspeichern und Übertragen der ungeschützten VSD einer KVK, auf eGKs ausgeweitet. Daher bilden unter anderem die derzeit eingesetzten KVT-mobil Lesegeräte die Grundlage für die mobilen Kartenterminals der Ausbaustufe 1. In der zweiten Migrationsstufe, der Ausbaustufe 2, wird ein Teil der Zusatzfunktionalität, und zwar das Lesen und Zwischenspeichern der geschützten VSD sowie der Notfalldaten (NFD) der eGK durch das mobile Kartenterminal verfügbar gemacht. Optional ist es in der Ausbaustufe 2 möglich VSD und NFD anzuzeigen. Die Funktionalität der Ausbaustufe 2 ist nicht Gegen¬stand dieser Spezifikation, jedoch muss ein für die Ausbaustufe 1 neu entwickeltes mobiles Kartenterminal von der Ausbaustufe 1 zur Ausbaustufe 2 mittels Firmwareupdate migriert werden können. Für bereits bestehende Kartenlesegeräte gilt diese Einschränkung nicht.

Dieses Dokument spezifiziert die Anforderungen an ein mobiles Kartenterminal für die Ausbaustufe 1 und enthält einen Ausblick auf die Anforderungen der Ausbaustufe 2 (Kapitel 8). Nach einer Einführung in Kapitel 2 werden die Anforderungen und Annahmen in Kapitel 3 vorgestellt. Kapitel 4 gibt einen Systemüberblick und beschreibt die funktionale Einbettung des mobilen Kartenterminals in das Anwendungsumfeld. In Kapitel 5 werden die normativen Anforderungen formuliert, welche durch Technische Use Cases (TUC) und Sequenzdiagramme in Kapitel 6 ergänzt werden. Kapitel 7 enthält die Beschreibung des Protokolls zur Übertragung der zwischengespeicherten VSD an der Host-Schnittstelle.