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FAQ für Dienstleister der Leistungserbringer

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  1. Wer betreibt die Telematikinfrastruktur?

    Der gesetzliche Auftrag der gematik GmbH gemäß §291a SGB V ist die Einführung, der Betrieb und die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen, der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sowie zugehöriger Fachanwendungen für die Datenkommunikation zwischen Heilberuflern, Kostenträgern und Versicherten. Die gematik entwickelt die übergreifenden IT-Standards für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sowie für den Aufbau und Betrieb einer bundesweiten, interoperablen und sektorübergreifenden Informations-, Kommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur (Telematikinfrastruktur). Sie trägt dabei die Gesamtbetriebsverantwortung und ist für den künftigen Wirkbetrieb zudem Testzentrum und Zulassungsstelle für alle industriellen Produkte der Telematikinfrastruktur. Gesellschafter der gematik sind die Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens, also der GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft sowie der Deutsche Apothekerverband.

    Die rechtliche Grundlage für die Zulassung von Komponenten der Telematikinfrastruktur ist § 291b Absatz 1a SGB V:

    „Die Komponenten und Dienste der Telematikinfrastruktur werden von der Gesellschaft für Telematik zugelassen. Die Zulassung wird erteilt, wenn die Komponenten und Dienste funktionsfähig, interoperabel und sicher sind. Die Gesellschaft für Telematik prüft die Funktionsfähigkeit und Interoperabilität auf der Grundlage der von ihr veröffentlichten Prüfkriterien. Der Nachweis der Sicherheit erfolgt nach den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik durch eine Sicherheitszertifizierung. Hierzu entwickelt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geeignete Prüfvorschriften und veröffentlicht diese im Bundesanzeiger. Das Nähere zum Zulassungsverfahren und zu den Prüfkriterien wird von der Gesellschaft für Telematik in Abstimmung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschlossen. Die Gesellschaft für Telematik veröffentlicht eine Liste mit den zugelassenen Komponenten und Diensten. Die für die Aufgaben nach Satz 4 und 5 beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entstehenden Kosten sind diesem durch die Gesellschaft für Telematik zu erstatten. Die Einzelheiten werden von dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Gesellschaft für Telematik einvernehmlich festgelegt.“

  2. Welcher Chiptyp kommt bei der elektronischen Gesundheitskarte zum Einsatz?

    Die Krankenversichertenkarte (KVK) verwendet zur Datenspeicherung Speicherchips, die von verschiedenen Herstellern und in verschiedenen Speicherchip-Generationen angeboten werden. Das Schnittstellenverhalten kann dabei vom verwendeten Chiptyp abhängen, weshalb der konkrete Chiptyp eine wesentliche Information für die Software sein kann, welche die KVK ansteuert.

    Demgegenüber wird das Schnittstellenverhalten einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) durch die Spezifikationen der gematik vorgegeben, die grundsätzlich auf internationalen Normen der Reihen ISO/IEC 7816 und EN 14890 aufbauen. Der Chiptyp wird von der gematik weder vorgegeben noch abgefragt, weil diese Information sowohl für die gematik, als auch für Komponenten der TI bedeutungslos ist.

  3. Welche Besonderheiten weisen die eHealth-BCS- bzw. die mobilen Kartenterminals auf?

    eHealth-BCS-Kartenterminals können mittels einer V.24- oder USB-Verbindung direkt an die Primärsystem-Software einer Praxis oder Klinik angeschlossen werden. Dieser Gerätetyp lässt sich später mithilfe eine Aktualisierung der Software – also einem Update – zu einem „eHealth“-Kartenleser erweitern. Dieser kann dann über eine Verbindung zum lokalen Netzwerk (LAN-Verbindung) an eine zusätzliche Komponente der Telematikinfrastruktur angeschlossen werden.

    Mobile Geräte der Ausbaustufe 1 können Versichertenstammdaten wie etwa Name, Geburtsdatum, Anschrift und Versichertenstatus lesen, zwischenspeichern und in die Primärsystem-Software einer Praxis oder Klinik übertragen. Diese Geräte sind ebenfalls migrationsfähig und können so erweitert werden, dass sie im Zusammenspiel mit einem Heilberufsausweis (HBA) oder einer Institutionskarte (SMC) auch das Lesen und Zwischenspeichern von speziell geschützten Versichertenstammdaten wie dem DMP-Kennzeichen ermöglichen.

  4. Warum können Krankenversichertenkarten eingelesen werden, die elektronische Gesundheitskarte jedoch nicht?

    Wenn Krankenversichertenkarten gelesen und in das Primärsystem übernommen werden, elektronische Gesundheitskarten hingegen nicht, ist es häufig kein Problem der Schnittstellen oder des Kartenterminals, sondern ein Problem des Primärsystems. Voraussetzung ist ein zugelassenes Kartenterminal mit aktuellen Treibern. Diese Aussage gilt sowohl für stationäre als auch mobile Kartenterminals. In jedem Falle wird empfohlen, den Hersteller des Primärsystems zu kontaktieren.

  5. Warum kann das Primärsystem das Kartenterminal nicht erkennen?

    Zum Betreiben eines eHealth-BCS- oder mobilen Kartenterminals ist ein zusätzlicher kartenterminalspezifischer Treiber (CT-API) erforderlich, der auf dem jeweiligen Rechnersystem installiert sein muss. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob die zur jeweiligen Firmware des Kartenterminals und zum Betriebssystem des Rechnersystems passende CT-API konfiguriert wurde. Grundsätzlich kann jedes zugelassene stationäre oder mobile Kartenterminal an einem Primärsystem betrieben werden.

  6. Wird der symmetrische Sitzungsschlüssel im Konnektor unmittelbar nach der Verwendung gelöscht?

    Ja, diese Sicherheitsleistung des Konnektors wird im Rahmen der Zertifizierung des Konnektors nach Common Criteria nachgewiesen.

  7. Wann wird die Anwendung „Verordnungsdatenmanagement“ (VODM) inkl. eVerordnung (elektronisches Rezept) zur Verfügung stehen?

    Nach der Neuausrichtung des Projektes “Aufbau einer Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen" wurden in einer ersten Phase bis März 2011 sogenannte Lastenhefte für die Basis-Telematikinfrastruktur und die Anwendungen „Notfalldatenmanagement“, „Versichertenstammdatenmanagement“, „Kommunikation Leistungserbringer“ und „Migration von Gesundheitsdatendiensten am Beispiel der elektronischen Fallakte“ erstellt. Zusätzlich wurde auf der 37. Gesellschafterversammlung der gematik der Start des Projekts Arzneimitteltherapiesicherheit beschlossen. Die Anwendung „Verordnungsdatenmanagement“ (VODM) inkl. eVerordnung (elektronisches Rezept) gehört nicht zu den im Rahmen der Neuausrichtung verfolgten Projekten. Diese Anwendung ist erst für eine spätere Ausbaustufe der Telematikinfrastruktur geplant.

  8. Wie lassen sich die verschiedenen eGK-Generationen äußerlich und technisch voneinander unterscheiden?

    Die elektronischen Gesundheitskarten (eGK) der Generation 1 und 1plus enthalten unter dem Schriftzug „Gesundheitskarte“ und dem Block mit den nationalen Farben die Angabe „G1“. Bei eGKs der Generation 0, die nur zu Testzwecken im Rahmen von Feldtests ausgegeben wurden, findet sich unter dem Schriftzug „Gesundheitskarte“ und dem Block mit den nationalen Farben keine Angabe zur Generation.

    Die technischen Unterschiede zwischen den eGK-Generationen lassen sich daran erkennen, ob die Kartenterminals die auf der Karte gespeicherten Daten lesen können. So wird beispielsweise bei der Generation 0 die Datenverarbeitung mit einem entsprechenden Hinweis abgelehnt bzw. abgebrochen.

    Weitere Information dazu finden Sie im „Implementierungsleitfaden zur Einbindung der eGK in die Primärsysteme der Leistungserbringer“ auf der Internetseite der gematik.

  9. Wo kann ich künftig als Anbieter von Institutionskarten/Praxisausweisen (SMC-B) eine Sektorzulassung erhalten?

    Die Festlegung des Ausgabeverfahrens zu Institutionskarten/Praxisausweisen erfolgt über die jeweiligen Sektoren.

    Bitte beachten Sie dazu die Informationsangebote unserer Gesellschafter:

    Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)